Archiv für Juli 2007

Die Simpsons zur Prime Time

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 31. Juli 2007 von Thomas Arndt

Die Simpsons

Programm-Chaos bei ProSieben. Wenn jedoch alles schlecht läuft, hat der Sender immernoch Die Simpsons. Weil “4400 Die Rückkehrer” miserable Quoten bringt, kippt der Sender die Mysterie-Serie kurzerhand aus dem Programm. Wie TVBlogger berichtet, erreichte die Serie in der Zielgruppe nur einen Marktanteil von 6,5 Prozent und 0,73 Millionen Zuschauer.

Statt dessen laufen ab kommenden Monatg drei Wochen lang Die Simpsons zur Prime Time, also Montags 20:15 Uhr in einer Doppelfolge. ProSieben wird alle Folgen zeigen, in denen Prominente auftreten, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu gehören unter anderem die Musikband U2, der amerikanische Präsident George Bush und der Physiker Stephen Hawking.

Was jedoch dann ab 17. August folgt klingt eher nach Langeweile:

20.15 Uhr: “Die ProSieben Märchenstunde”
21.15 Uhr: “Extreme Activity”
22.15 Uhr: “Krügers Woche”
22.45 Uhr: “Olm unterwegs”
23.15 Uhr: “TV total”

Und wieder eine amerikanische TV-Serie, die sich in Deutschland nicht durchsetzen konnte. Auch Prison Break hatte auf RTL nur mäßigen Erfolg. Ob das gute Vorzeichen für den Start für Heroes im Herbst bei RTL II sind? Auch dort geht es schließlich um Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Foto: Arndt

Heino sauer auf ZDF

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, Medienrauschen, geschrieben am 31. Juli 2007 von Thomas Arndt

Der glubschäugige Volksmusikbarde Heino hat alle Fans der Volksmusik, so sie denn noch die Buchstaben der Bild-Zeitung lesen können, dazu aufgerufen, aus Protest gegen eine Programm-Entscheidung des ZDF einen Euro ihrer GEZ-Gebühr einzubehalten.

Das ZDF hatte die Lieblingssendung seniler Tattergreise “Die lustigen Musikanten” nach 38 Jahren aus dem Programm gestrichen, offenbahr trotz guter Quoten (sämtliche Altenheime dieser Republik schauen zu), aber leider nicht mit der gewünschten Zielgruppe.

Spiegel Online zufolge ist nicht nur Heino darüber erbost, sondern auch Wilfried Gliem von den Wildecker Speckschwarten Herzbuben. “Es ist eine Schweinerei, dass das ZDF alleine entscheidet, was die Zuschauer sehen wollen. Nur weil irgendwelche Marktforschungserhebungen ergeben, dass das Publikum, das Volksmusik mag, nicht in die werberelevante Gruppe fällt - das mag ja auch so sein, aber die zahlen doch auch die Gebühren! Es ist nicht zu begreifen, was die Sender für Entscheidungen fällen, die Einschaltquoten belegen doch, dass Volksmusiksendungen gern gesehen werden”, sagte Kliem dem Online-Magazin.

Ich werde ebenfalls 1 Euro der GEZ-Gebühr einbehalten, weil Werder Bremen nicht den Liga Pokal gewonnen hat. Der lief zwar auf RTL, aber ich wette, wenn das ZDF ihn übertragen hätte, wäre Bremen zumindest ins Finale gekommen.

Terror-Anschlag auf Stefan Niggemeier

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Politikum, Blogosphäre, geschrieben am 31. Juli 2007 von Thomas Arndt

Im Folgenden erfahren Sie die wahren Hintergründe über eine Spam-Attacke, welche die Welt für immer verändern wird. Lesen Sie, wie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Alpha-Blogger Stefan Niggemeier verhaften lässt und seine Befreiung in letzter Minute nur durch Hilfe von Don Alphonsos Schwester, Max Schradin und Peter Turi gelingt. Diese Geschichte ist zu 100 Prozent wahr und methodisch recherchiert (entsprechend Michael Haller).

“Ich wollte mir gerade ein Bananenbrot machen, da klingelte plötzlich das Telefon”, erzählt Alpha-Blogger Stefan Niggemeier am gestrigen Abend in einer Live-Schaltung auf CNN. Der Medienjournalist und Blogger hatte gerade erst einen Liebesbrief an Bild-Chefredakteur Kai Diekmann beendet, als ihn der deutsche Innenminister harsch aus den Träumen riss. “Wolfgang Schäuble hier, Herr Niggemeier sie sind verhaftet!”, halt es durch Niggemeiers Handy. Begründung: Massenhafte Spam-Mails im Namen des Bloggers legten den Server des Innenministeriums lahm.

Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnt: Stefan Niggemeier ist unschuldig; ein Schurke islamischer Herkunft hat die gefährlichen Terror-Mails im Namen des angesehenen Medienkritikers verfasst.

Was war geschehen: Gegen 6 uhr am Montag Morgen geht in Peking ein bärtiger Mann eindeutig islamischer Herkunft zielsicher in ein Internetcafe. Der gebürtige Wuppertaler iranischer Herkunft hatte sich über das Auswärtige Amt die Telefonnummern bekannter Terroristen besorgt, und mit ihnen zusammen einen Terror-Plan ausgearbeitet, um mal “ein paar Sachen in Ordnung zu bringen”.

Vom Pekinger Internetcafe aus startet Mohammed Yoldas eine Spam-Attacke in Niggemeiers Namen, die beispiellos in der Geschichte des Internets bleiben wird. Der Inhalt: Niggemeier ruft angeblich zu Spenden für Marc Doehler, den Betreiber eines kritischen Internet-Portals auf, das sich mit Fernseh-Gewinnspielen beschäftigt. Ein Bekennerschreiben geht direkt an Spiegel Online, wird jedoch übersehen, da der zuständige Redakteur Konrad Lischka gerade World of Warcraft spielt, um die Bedeutung von epischen Rüstungen in der Internetkultur zu recherchieren.

Darauf folgt weltweit Chaos: Der US-Präsident ruft nach dem Absturz von fünf Linienflügen den nationalen Notstand aus, in Freiburg wählen drei Soziologie-Studentinnen aus Verbitterung über Niggemeiers vermeintlichen Distanzverlust den Freitod, im deutschen Innenministerium gehen die Lichter aus. Innenminister Schäuble handelt sofort. Versiert notiert er sich den vermeintlichen Namen des Absenders der Terror-Mails und ruft Niggemeier an. Nur Minuten später wird Niggemeier verhaftet.

Gegen 12 Uhr erfährt 9Live-Star Max Schradin von Niggemeiers Verhaftung und setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um seinen besten Freund aus dem Gefängnis zu holen. Es gelingt gerade noch im letzten Moment. Zusammen mit der juristisch bewanderten Schwester von Krawall-Blogger Don Alphonso gelingt es in letzter Minute eine Abmahnung an das deutsche Innenministerium zu schicken. Niggemeier darf nicht weiter als Terrorist bezeichnet werden.

Gegen 13:30 Uhr telefoniert Niggemeier mit seinem alten Weggefährten Peter Turi, der aus den Erlösen seines überaus erfolgreichen Branchendienstes turi2 die Kaution von 2 Millionen Credits zahlt. Turi motiviert Niggemeier zu einem Blogeintrag, in dem er die Terror-Geschichte richtig stellen soll. Niggemeier beißt beherzt in sein schon etwas trockenes Bananenbrot vom Vormittag und haut in die Tasten.

Auch ganz viele andere Blogger berichten über den Vorfall, der die Welt an den Rand des Abgrunds führte.

Die Geschichte geht jedoch nochmal gut aus. Bis zum Abend wurde Niggemeiers Blog 2 Milliarden Mal aufgerufen, über 50 Prozent der Besucher klicken Niggemeiers Adical-Werbung. Von den Einnahmen kauft Niggemeier die FAZ und den Kress Branchendienst, setzt Peter Turi als Chefredakteur ein. Auch Marc Doehler, das zweite Opfer der Terror-Attacke kann sich am späten Abend über 350 Millionen Euro Spenden-Einnahmen freuen. Er kauft sofort den Gewinnspielveranstalter Call-Active und veranstaltet jetzt selbst Fernseh-Gewinnspiele, bei denen alle Anrufer durchgelassen werden. Gegen 23 Uhr ist Doehler pleite.

Wir alle können froh sein, dass die Geschichte noch einmal gut ausgegangen ist. Aber sie lehrt uns auch eine wichtige Lektion: Terrorismus kann uns alle betreffen. Wolfgang Schäuble sollte daher uneingeschränkten Zugriff auf unsere Computer bekommen.

Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner: Ich bin dafür!

[via: Stefan Niggemeier]

Superstar-Rebel Max bei ProSieben

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 30. Juli 2007 von Thomas Arndt

Was wurde eigentlich aus Max Buskohl, dem DSDS-Rebellen den Stefan Raab dummerweise mit den Gefangenen der RAF verglich? Dieser Max Buskohl startet jetzt seine eigene Musikkariere.

“Ich bin raus, weil ich dort keine Perspektiven für mich gesehen habe. Ich will gerne meine eigene Songs machen - und dafür ist DSDS einfach nicht das richtige Format,” erinnert sich Max nach einer Presemitteilung von ProSieben an sein Auscheiden bei DSDS vor zwei Monaten.

Bei der Solo-Karierre mit seiner Band “Empty Trash” wird Max von seinem Vater Carlton unterstützt. “Jetzt müssen Max und seine Band ‘Empty Trash’ von einem Niveau abgeholt werden, auf das sich andere jahrelang vorbreiten konnten”, sagt der 52-jährige Gitarist.

ProSieben begleitet Max auf den Weg ins Musikerleber - vom Song-Writing in Dublin, der Heimat seines Vaters, bis hin zum ersten großen Open-Auftritt. Das Promi Spezial von “We are Family” läuft am Dienstag, 31. Juli 2007, um 21.15 Uhr auf ProSieben.

Gericht schützt Raubkopierer

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Medienrauschen, geschrieben am 29. Juli 2007 von Thomas Arndt

Das Amtsgericht Offenburg hat der Staatsanwaltwaltschaft dieser Stadt untersagt, die IP-Adresse eines Tauschbörsen-Nutzers zurückzuverfolgen. Das berichtet das Nachrichtenportal von T-Online.
Der Beschuldigte hatte demnach eine kleinere Menge von Liedern zum Download bereit bestellt und war von einer Rechtsanwaltskanzlei angezeigt wurden.

Interessant ist die Auffassung des Gerichts, es sei kein tatsächlicher Schaden verursacht wurden, denn:

Beim Preise null fragt auch derjenige ein Produkt nach, für das er sonst nicht mal einen Cent ausgeben würde.

Das Gericht sprach von “offensichtlicher Unverhältnismäßigkeit” und “Bagatellkriminalität”. Zudem ist das Gericht der Ansicht, dass die geforderten Verbindungsdaten nur über einen richterlichen Beschluss verlangt werden dürfen. Demnach bestünde von Seiten der Musikindustrie kein Auskunftsanspruch gegenüber den Netzbetreibern auf die Offenlegung der Verbindungsdaten.

Filesharing spielt allerdings nicht nur bei urheberrechtlich geschützter Musik eine Rolle, sondern auch bei Dingen, die eine bestimmte Nutzergruppe im Gegensatz dazu in der Regel gar nicht legal erwerben kann. Etwa TV-Serien, die in bestimmten Ländern noch gar nicht laufen und noch nicht auf DVD erschienen sind. Gerade US-Serien wie Heroes, Prison Break oder Lost erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Schon wenige Stunden nach Austrahlung in den USA stehen sie etwa über Bittorent bei Portalen wie Torrentspy oder Mininova zum Download bereit.

Die Frage ist, ob ein Gericht in solchen Fällen ebenso wie die Offenburger Richter entscheiden würde. Geht es etwa um (deutsche) Kinofilme, die noch vor Kinostart bei solchen Börsen getauscht werden, dürfte ein weitaus größerer Schaden vorliegen. Gut ist jedoch, das bei kleineren Verstößen gegen das Urheberrecht zu Gunsten der Beschuldigten entschieden wurde.

kress report kürt Top-Medienmanager

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedrucktes, Medienrauschen, geschrieben am 29. Juli 2007 von Thomas Arndt

Die Leser des Branchendienstes kress report haben die Top 50 Medienköpfe des Jahres gewählt. Auf Platz 1 steht Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG.”Kein deutscher Medienmanager hat in den vergangenen Monaten so für Furore gesorgt wie Döpfner, hat die eigenen Leute und die interessierte Öffentlichkeit derart in Atem gehalten”, schreibt der kress report dazu in einer Pressemitteilung.

Und so sehen die Top Ten aus:

01 Mathias Döpfner (Springer)
02 Günther Jauch (RTL, i&u)
03 Anke Schäferkordt (RTL)
04 Jean-Remy von Matt (Jung von Matt)
05 Guillaume de Posch (ProSiebenSat.1)
06 Stefan Aust (Spiegel)
07 Georg Kofler (Premiere)
08 Mathias Müller v. Blumencron (Spiegel)
09 Giovanni di Lorenzo (Die Zeit)
10 Hubert Burda (Burda)

Auf den weiteren Plätzen folgen zum Beispiel Lars Hinrichs von Xing (17), Ulf Poschardt von der Vanity Fair (26), Wolfram Weimer vom Cicero (39) oder als Schlusslicht Christoph Keese von Welt Online.

Kress mit freien Inhalten

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, geschrieben am 27. Juli 2007 von Thomas Arndt

Der Medien-Fachdienst kress hat seine Webseite relauncht. Das wichtigste: Unter kress.de gibt es ab jetzt auch freie Inhalte für Jedermann. Online-Chef Stefan Winterbauer schreibt dazu:

Aktuelle Geschichten und Meldungen können künftig von Jedermann gelesen werden. Abonnenten erhalten jedoch weiterhin wertvolle Features exklusiv. Das umfangreiche Archiv, Hintergrundinfos und zusätzliche Inhalte wie Bildergalerien, Originaldokumente oder Interviews bleiben Abonnenten vorbehalten.

Ex-Kressler Peter Turi, der ja gerade ebenfalls seine Website relauncht hat, kommentiert schlicht “Versuch geglückt!”. Medienrauschen weißt zudem noch auf das Projekt “Medien2″ hin, an dem ursprünglich auch Peter Turi mitwirken sollte.

US-Serien im Herbst

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 26. Juli 2007 von Thomas Arndt

TV Squad hat sämtliche Termine für die neuen Staffeln und Serien für den Herbst diesen Jahres bei den US-Broadcastern gepostet.

Folgende Shows wurden demnach eingestellt: Arrested Development, Charmed, Joey, Everwood, Gilmore Girls, Studio 60 on the Sunset Strip, Reba, 7th Heaven, Kidnapped, Vanished.

Interessant für mich:

Prison Break ab 17. September

Heroes ab 24. September

Zu beiden Shows gibt es auch neue Spoiler auf TVSquad (im folgenden übersetzt ins Deutsche):

Weiterlesen »

ARD vermittelt Kontakt zu Taliban

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 26. Juli 2007 von Thomas Arndt

Schonmal versucht ne Presseanfrage bei den Taliban zu stellen oder vielleicht Lust, selbst beim Krieg gegen die westlichen Ungläubigen mitzumachen?

Alles kein Problem, das ARD Morgenmagazin hilft mit kompetenten Ansprechpartnern für ein Millionenpublikum. Martin Jäger vom Auswärtigen Amt erklärt im ARD-Interview mit Werner Sonne nämlich, dass die Taliban nicht auf Bäumen sitzen und Früchte schälen, nein: Sie haben sogar eine richtige Propaganda-Abteilung!

Zum Beweis hält er E-Mail-Adressen und Telefon-Nummern der Ansprechpartner in die Kamera:

Taliban

Sehr schön. Jetzt kann Bastian, 14, Killerspieler sich endlich Tipps für seinen Amoklauf holen und Direktmarketing- und Spamversender können Potenzmittel und Jungfrauen feilbieten.

Kurios!

Das komplette Video gibts hier.

Warum gibt es keinen Krusty Burger?

Ein Beitrag zum Themengebiet Off Topic, geschrieben am 25. Juli 2007 von Thomas Arndt

Burger

Morgen, am 26. Juli, startet in den deutschen Kinos der Die Simpson Kinofilm. Einer der offiziellen Werbepartner ist Burger King.

Schaut man sich die Beschreibung des fiktiven Fast Food Restaurants in der Simpsons-Welt an, so stellt sich sogleich die Frage, warum Burger King keinen Krusty Burger anbietet:

Krusty Burger is a fictional chain of fast-food restaurants as seen on The Simpsons. The promotional face of Krusty Burger is Krusty the Clown, parodying the relationship between McDonald’s and its own fast-food clown mascot Ronald McDonald.

Eigentlich wäre das doch der PR-Gag schlechthin!

Foto: Maira Kouvara