Archiv für August 2007

Geht doch: Blogscout gibt Statistiken frei

Ein Beitrag zum Themengebiet Blogosphäre, geschrieben am 29. August 2007 von Thomas Arndt

Nachdem mehr oder weniger überraschenden Ende von Blogscout, einer der bis dahin wichtigsten und interessantesten Überblicksseiten der deutschen Blogosphäre, hatte es allerlei Danksagungen und Enttäuschung in der Blogosphäre gegeben, die es sich jetzt wo es das Blogscout-Ranking nicht mehr mehr gibt, auch nicht mehr lohnt zu verlinken ;) Man kann es auch kurz machen: Die Leute sind enttäuscht.

Immerhin hat Blogscout-Macher Dirk Olbertz es jetzt noch möglich gemacht, die persönlichen Statistiken zu downloaden (ohne Toplistenplatzierungen). Sicher interessant für den einen oder anderen.

Hier gehts zum Link.

[via blogbote]

ARD, ZDF und die Digitalisierung

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Mattscheibe, Medienrauschen, geschrieben am 29. August 2007 von Thomas Arndt

Der Streit um die Digitalisierungspläne von ARD und ZDF geht in eine neue Runde. Diesmal gibt es einen Schlagabtausch auf oberster Ebene:

Als “völlig überzogen” hat der Vorsitzende der ARD, Fritz Raffke Kritik an den Digitalplänen von ARD und ZDF bezeichnet. Das geht aus einer Pressemitteilung der ARD hervor.

Der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz hatte die Digitalpläne der ARD und des ZDF scharf kritisiert. “Online- und Mobile-Angebote gehören nicht zum Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks”, sagte Doetz auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg. Doetz weiter: “Es kann nicht sein, dass ARD und ZDF sich bis 2009 ungehindert gebührenfinanziert ihre digitale Wunschwelt bauen und Fakten schaffen, die die Anforderungen der EU-Kommission außer Acht lassen.”

Raffke hingegen bezeichnete die Pläne der ARD für die digitale Welt als “maßvolle und an den finanziellen Möglichkeiten der ARD orientierte Weiterentwicklung”. Mit Blick auf neue Verbreitungswege, neue Empfangsmöglichkeiten und die sich verändernde Mediennutzung sei eine solche Weiterentwicklung unverzichtbar. Und an den Präsidenten des VPRT gerichtet witzelte Raffke: “Wenn Herr Doetz schon vor 40 Jahren für den VPRT auf der IFA gewesen wäre, dann hätte er der ARD wahrscheinlich auch den Einstieg ins Farbfernsehen verbieten wollen.”

Sind Videospiele Kunst?

Ein Beitrag zum Themengebiet Off Topic, geschrieben am 25. August 2007 von Thomas Arndt

Während Rainer Fromm, der bekannte Videospielkritiker, beim ZDF Boulevardmagazin Frontal 21 in dieser Woche mal wieder neueste Studien zur medialen Gewalt und deren Auswirkungen präsentiert, tut sich am Rande der derzeit stattfindenden Videospielmesse “Games Convention” eine ganze andere Diskussion auf:

“Es ist sogar zu fragen, ob die virtuelle Spielewelt auch als Kunst eingestuft werden muss”, sagt Olaf Zimmermann, der Vorsitzende des Deutschen Kulturrats. Das würde bedeuten, dass die Spieleindustrie grundrechtliche Freiheiten genießen würde, die lediglich im Bereich des Jugendschutzes eingeschränkt sind, schreibt das Technologie-Portal heise.de. Journalisten, Prominente (zum Beispiel die Dicke mit dem Moppel-Ich-Buch) und Politiker fordern immer wieder Herrstellungs- und Verbreitungs-Verbote für Videospiele. Folgt man der Auffassung des Kulturratsvorsitzenden, bedeutet das, dass gewalttätige Videospiele gar nicht verboten werden könnten, es sei denn natürlich man bemüht den Begriff der “entarteten Kunst” .

“Wir müssen uns über einzelne gewaltverherrlichende Spiele unterhalten, aber nicht mehr über das Verbot eines ganzen Genres”, meint Zimmermann, und: “Ich wünsche mir, dass die Bundesregierung demnächst eine Auszeichnung für die besten virtuellen Spiele verleiht.”

Das sind mutige Worte, denn die Realität sieht anders aus: Es gibt nur eine handvoll Spiele, die man mit etwas gutem Willen wirklich als Kunst ansehen kann:

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GEZ schlägt fies zu

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 24. August 2007 von Thomas Arndt

Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) ist in Deutschland etwa so beliebt wie ein Furunkel am Arsch. Und das obwohl sie eigentlich für etwas Gutes stehen sollte: Medien- und Meinungsvielfalt. Sollte, wohlgemerkt. Und jetzt fängt das Furunkel auch noch an zu eitern:

Das Internetportal akademie.de wurde von der Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über die Rechtsabteilung der GEZ abgemahnt, wie das Portal heute selbst berichtet. Es geht um die Verwendung von Begriffen, wie etwa “GEZ-Gebühr” und vielen anderen, die angeblich nur dazu gedacht sein, “ein negatives Image der GEZ hervorzurufen”. Jede weitere Verwendung des Begriffs würde 5.100 Euro kosten.

Eine genaue Übersicht über die Begriffe findet sich auf dem Portal selbst oder auch auf Spiegel Online.

Überall ist man heute wegen der peinlichen und fiesen Aktion der GEZ verwundert und wütend:

Jens Scholz schreibt:

Zumindest spielt die GEZ hier ihrem miesen Image und dem Klischee als hinterfotzige Denunziantenpest voll in die Hand und man hat seiner vorgeblichen Intention, dagegen vorzugehen, daß jemand mit der “Nutzung nicht existenter Begriffe (…) ein negatives Image der GEZ hervorzurufen” imstande sei, einen Bärendienst erwiesen.

Thomas Knüwer schimpft:

Sie ist eine Peinlichket im Rahmen des deutschen Mediensystems, ein Schandfleck, über dessen weiträumige Neustrukturierung dringend nachgedacht werden muss.

off the record hat mal geschaut, wie oft im eigenen Haus bestimmte Begriffe verwendet werden:

Man hätte ja auch im eigenen Hause kehren können: ARD: 50 Treffer zu GEZ-Gebühr, ZDF: 3 Treffer. Und so weiter. Und nu?

Und das CIO-Weblog schaut über den Tellerrand:

Dieses saudumme Verhalten hat nicht nur den zu erwartenden “Blogstorm” hervorgerufen, sondern sogar die sonst eher etwas behäbigen Journalistenverbände zu einem Protest gegen die verordnete Sprachregelung veranlasst.

Ich glaube, die GEZ tut sich selbst und ihrem schlechten Image keinen Gefallen wenn sie mit solchen harten Maßnahmen Unschuldige abmahnt. Statt dessen werden die beanstandeten Wörter im Internet weiterverbreitet und der Hass auf die GEZ wächst.

Thomas Kausch geht zu arte

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 24. August 2007 von Thomas Arndt

Thomas Kausch war bislang Moderator bei Sat.1. Doch der Sender hat sich entschieden, bestimmte informative Programmformate einzustellen,, bleibt aber trotzdem Vollprogramm.

Trotz dieser Entwicklungen hat sich Kausch nun offenbar entschieden den Sender zu wechseln. In Zukunft wird Kausch beim öffentlich-rechtlichen TV-Sender arte zu sehen sein. Wie FAZ.net jetzt berichtet, wird Kausch dort die Themenabende moderieren.

„Die Idee der Themenabende am Dienstag, sich ausführlich mit Fragen des aktuellen Zeitgeschehens aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu befassen, hat mich schon immer fasziniert, weshalb ich mich sehr über diese neue Herausforderung freue“, sagte Thomas Kausch der Zeitung.

Ich glaube, vom Spartensender Sat.1 zu einem öffentlich-rechtlichen Programm zu wechseln ist ein ziemlicher Karrieresprung. Alles Schlimme hat doch immer etwas Gutes, zumindest für Kausch in diesem Fall.

Bildblog: Werbung wirkt

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, Blogosphäre, Business, geschrieben am 24. August 2007 von Thomas Arndt

Bildblog

Das hier sind die Besucherzahlen von Bildblog.de im Vergleich, welches seit 23.08.2007, 18:15 Uhr als erstes deutsches Weblog TV-Werbung schaltet. Wie man sieht, sie die Besucherzahlen steil nach oben gegangen. Sie haben sich praktisch mehr als verdoppelt. 68.772 Besucher verzeichnete Bildblog am 23. August, eben mehr als doppelt so viele als sonst. Das medienkritische Weblog kam so auf 154.444 Page-Impression (Seitenaufrufe) an diesem Tag. Und das obewohl die TV-Werbung nur auf Spartensendern wie MTV, Comedycentral, Viva und 9Live läuft.

Nun müsste man wissen was so eine Schaltung des Werbespots kostet und ob sich die Mehrzahl der Klicker erzielten Einnahmen dadurch aufrechnen. Vermutlich nicht. Bildblogger Stefan Niggemeier zeigt sich dennoch stolz und geschafft auf seinem privaten Weblog. Es wird spannend zu sehen, was aus diesen Weblog und Weblogs allgemein in Deutschland noch wird.

Bildblog: der echte Werbespot

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, Blogosphäre, geschrieben am 23. August 2007 von Thomas Arndt

Link: sevenload.com

“Freie Brandblogs sind nicht konform”

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 23. August 2007 von Thomas Arndt

Das was da oben in der Überschrift steht, sagt Christoph Käse, Chefredakteur der Welt Online und selbst erfolgreicher Blogger. In einem Interview mit epd-Medien geht Käse noch einmal auf eine Geschichte ein, die dazu führte das Welt Debatte-Blogs zensiert in die redaktionellen Qualitätskontrollmechanismen eingebunden wurden. Alan Posener, ein Welt-Blogger, hatte damals gegen Kai Diekmann polemisiert und eins auf den Deckel bekommen. Gewehr bei Fuß reagierte Käse sofort auf des Führers Befehl und pflegte die “Brand-Blogs” in die gewohnte Hierarchie des Axel Springer Verlages ein. Der Verdacht journalistischer Freiheit sollte gar nicht erst aufkommen.

Nun, was hat Käse dazu zu sagen? Lassen wir es auf uns wirken:

Das Publikum kann erwarten, dass alles, was unter unserer Marke gesendet wird, unseren Maßstäben und Regeln entspricht. Sprich: Auch da muss es eine Qualitätskontrolle geben. Der Leser im Internet wählt nicht die erratische Meinung eines Redakteurs, sondern das Produkt eines Teams. Ein freier, unkontrollierter Brandblog wäre ein Oxymoron. Freie Blogs gerne! Aber freie Brandblogs unter der Marke „Welt“ sind nicht konform. Dort müssen die Regeln, die in unserem Stilbuch festgelegt sind, eingehalten werden.

Kein Kommentar.

Blogger Knüwer vertanjaanjat sich

Ein Beitrag zum Themengebiet Blogosphäre, geschrieben am 22. August 2007 von Thomas Arndt

Koksnase

Medienblogger Thomas Knüwer mag keine Tanja-Anjas. Das sind in der Regel Leute von irgendwelchen Agenturen oder Pressestellen, meistens Frauen, die ihn belästigen. Knüwer regt sich dann immer ziemlich auf und nutzt einen Don Alphonso-ähnlichen Stil, um diese Leute auf seinem Blog zu beleidigen. Manche sagen: zu Recht!

Jetzt musste Knüwer zurückrudern:

Hier stand ein Eintrag, der auf Grund eines Missverständnisses entstand
Der Text über Carlyle, der hier stand, war sachlich nicht richtig. Dies erklärte mir unser Kollege Robert Landgraf aus Frankfurt.

Und was stand da nun, neugierig?

Screenshot

Knüwer ist ne Pfeife.

Foto: Jan Roger Johannesen

Enthüllt: Bildblog-Werbespot

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 22. August 2007 von Thomas Arndt

Bildblog

Medienblogger.net enthüllt weltexklusiv: Der geheime TV-Spot von Bildblog! Viele reden darüber, dass das Bildblog jetzt im Fernsehen wirbt, popkulturell auf Musik- und Comedysendern mit Stars wie Anke Engelke und Christoph Maria Herbst. Doch was keiner wusste: ursprünglich wollten Niggemeier und Schultheiß, die beiden Bildblogger, im direkten Umfeld der Bildleser werben, auf schmuddeligen Sendern im digitalen Satelitennetz: Uschi TV, Uschis Schwester, Liebeskanal und Intim-TV. Nur einige der perversen Plattformen für die Bildblogger!

Der Deal scheiterte letztlich daran das Werbevermarkter adical keine Lust hatte mit den kruden Sexfantasien der Sexkanäle in Verbindung gebracht zu werden; der entsprechende TV-Spot verschwand in der Schublade. Dennoch wurde der Spot Medienblogger zugespielt, wie das Beweisfoto oben zeigt.

Collage/Satire: Thomas Arndt

[via TVBlogger, trice, turi2, off the record, medienlese, Bildblog)

Nachtrag 23.08.07: Hier gehts zum echten Werbespot.