Blogger sind Loser
Bei den Bloggern, die heute (Nachtrag: oder gestern) auf der Vorstellung des Buches “Die Alphajournalisten” dabei waren, kann man Amüsantes lesen. Stern-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges hat dort nämlich einen auf Don Alphonso gemacht, wie Matthias Kiesselbach pointiert feststellt.
Jörges soll auf der Veranstaltung hinsichtlich traditioneller Medien und Weblogs gesagt haben: “Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt.” Das berichtet Medienrauschen. Und zum Web 2.0 hat sich Jörges das Schlagwort - !Achtung jetzt kommts! - “loser generated content” ausgedacht.
Mir gefällts aber trotzdem irgendwie. Es fasst die Einstellung etablierter Entscheider in den traditionellen Medien zur Blogosphäre irgendwie gut zusammen. Die Frage die sich stellt: Wen jene, die sich selbst, ob nun erfolglos, peinlich, unjournalistisch oder polemisch, mit den Vorgängen auf der Welt, in ihrem Linux-PC oder auch den Medien auseinandersetzen, wen solche Leute mit einer gewissen Medienkompetenz nun schon die Loser sind, wie denkt Jörges dann erst über die vielen anderen Leser einer Illustrierten, wie etwa dem Stern, die weniger kritisch im Umgang mit Medien und Informationen sind?
28. Juni 2007 um 08:48
Jörges hat ja nur das ausgesprochen, was in der Tat die meisten Journalisten in Deutschland zu denken scheinen: Blogger sind doof. So oder so ähnlich. Leider begreifen die etablierten Medien nicht, dass Blogs nicht in Konkurrenz zu ihnen treten, sondern sie um eine Variation erweitern. So wird es eben länger dauern, bis sich Blogs in Deutschland durchsetzen. Verhindern kann man sie aber letztendlich nicht.
28. Juni 2007 um 18:50
Der gute Jörges hat vergessen hinzuzufügen, daß der Dreck auch in entgegengesetzter Richtung durch die herrschaftlichen Scheißhäuser fließt. Und es bleibt ganz gewöhnlicher Dreck, auch wenn er aus einem vergoldeten Journalistenarsch kommt.
30. Juni 2007 um 17:12
[…] über das Qualitätsniveau des politischen Kommentars in der deutschen Blog-Szene auslässt, und plötzlich ist die Hölle los (für mehr Reaktionen, siehe Kommentare des Vorgängerartikels). Das ganze ist […]
1. Juli 2007 um 06:10
[…] kann wird sich die Fallhöhe hinsichtlich Kompetenz in Sachen Neuer Medien generationsbedingt (? was meinen Sie , medienblogger ? ) geradezu umkehren und hinter der Gutsherrenart heutiger Herrenreiter verbirgt sich in […]
5. Juli 2007 um 14:54
[…] dass Burda den Möglichkeiten des Web 2.0 aufgeschlossener gegenübersteht als so manch […]
6. Juli 2007 um 20:23
“Illustrierten, wie etwa dem Stern, die weniger kritisch im Umgang mit Medien und Informationen sind?”
Gegen den Stern könnt ihr aber echt nichts sagen!
12. Juli 2007 um 16:23
[…] seriösester Tageszeitung. Eine Art Zeitung 2.0, mit nutzergenerierten Inhalten oder auch “looser generated content”, wie Hans-Ulrich Jörges von der Illustrierten stern (Bild im Zeitschriftenformat) sagen würde, […]
21. Juli 2007 um 01:04
[…] als den Dreck von unten, der nicht durch die Scheißhäuser der Journalisten nach oben kommen solle bezeichnet hat. Politically Incorrect ist das bekannteste unter […]
16. August 2007 um 18:54
[…] Geschichte mit den Alphajournalisten ist noch nicht ganz vergessen, da kommt schon der nächste Schreiberling daher und erklärt der […]
15. Oktober 2007 um 21:27
[…] Politically Incorrect scheint tatsächlich ein Hort dessen zu sein, was für manch einen als der “Dreck von unten” gilt, wenn er vom Weblogs spricht. Vielleicht hatsich bei Google ja jemand beschwert. […]