Archiv für das Themengebiet 'Netzwelten'

Junge Freiheit führt freie Rede ein

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedrucktes, Netzwelten, geschrieben am 15. November 2007 von Thomas Arndt

Die konservative Berliner Wochenzeitung macht dem islamkritischen Weblog Polically Incorrect Konkurrenz: Ab gestern gibt es nun schon zwei Heimseiten im Weltnetz, auf denen auch Rechte Gebrauch vom Recht auf freie Rede machen dürfen, was in Deutschland ja normalerweise verboten ist ;)

Die Junge Freheit hat ihre Website relauncht und hat neben tagesaktuellen Nachrichten und Dossiers zu Schwerpunktthemen auch eine Kommentarfunktion eingeführt. Benötigt wird dazu lediglich eine E-Mail-Adresse, über die man sich registriert. Name und Wohnort müssen beim kommentieren genannt werden, können aber jederzeit verändert werden, was sicherlich noch zu einigen Irritationen führen wird.

“Mit der neuen Seite wollen wir noch schneller auf aktuelle Entwicklungen und Kampagnen reagieren können - mit Rückkoppelung auf die Print-Ausgabe”, heißt es dazu auf der Seite der Zeitung und: “Damit soll mittelfristig das größte konservative Nachrichtenportal im deutschsprachigen Internet entstehen”.

Zur Startseite der Jungen Freiheit.

US-Serien gefährdet: Drehbuchautoren streiken

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Mattscheibe, Medienrauschen, geschrieben am 4. November 2007 von Thomas Arndt

Schwere Zeiten für Fans amerikanischer Serien-Unterhaltung. Ob Lost, Prison Break oder Heroes - viele Serien werden vermutlich erstmal nicht fortgesetzt. Grund: Die amerikanischen Drehbuchschreiber streiken.

Beispiel Heroes: Im Blog des US-Dienstes TV-Guide wird spekuliert, dass die aktuelle zweite Staffel von Heroes, das gerade in Deutschland gestartet ist, bereits am 3. Dezember diesen Jahres zu Ende ist. Eine verübergehender Höhepunkt der aktuellen Storyline “Generations” könnte als alternatives Ende der aktuellen Staffel umgeschrieben werden.

Was ist da also los? Ab Montag streikt die Writers Guild of America, das ist die Vereinigung der amerikanischen TV- und Hollywoodautoren. Einen solchen Streik, der eben auch das Fernsehprogramm beeinträchtigt, hat es seit 1988 nicht mehr gegeben.

Das deutsche Medienmagazin DWDL.de hat Matt Roush, Senior Critic des amerikanischen „TV Guide“, zu diesem Thema um eine Einschätzung gebeten.

Ein Auszug:

Ich will nicht beurteilen wie lange der Streik dauern könnte, aber wenn die Produktionen für längere Zeit ausgesetzt werden - also Wochen wenn nicht Monate - dann wird der Nachschub an neuen Episoden schon kurz nach dem Jahreswechsel im Januar versiegen.

Und zu den Gründen der Autoren erklärt Roush:

Diesmal ist es dafür so kritisch wie noch nie. Das Nutzungsverhalten des Fernsehzuschauers hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert. Er findet neue Wege seine Lieblingsserien zu konsumieren - über das Internet und auf DVD. Da passen alte Modelle nicht mehr. Gefordert wird von den Autoren deshalb ein fairer Anteil an den Erlösen über neue digitale Plattformen und eine Neuverhandlung der Beteiligung an den Einnahmen durch den DVD-Vertrieb.

Was mich persönlich betrifft: Wenn die amerikanischen Networks tatsächlich gezwungen sind, unsere Lieblingsserien schon im Dezember in die Ferien zu schicken, dann trifft mich das härter als der Streik der deutschen Lokführer. Leider sind die Fronten wohl auch Übersee ähnlich verhärtet wie hierzulande.

US Serien legal downloaden

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Mattscheibe, geschrieben am 24. September 2007 von Thomas Arndt

Nachdem NBC die Zusammenarbeit mit Apples Onlinestore beendet hat, plant der US-Sender jetzt einen legalen und kostenlosen Download für einige seiner Erfolgsserien. Der Haken: Man benötigt dazu eine spezielle Software, die bislang zunächst als Testversion (Beta) vorliegt und wohl vorerst auch nur auf Windows-Rechner installiert werden kann. Ähnlich einem Podcast sollen die Serien auch abonniert werden können, so dass die Software sie automatisch herunterlädt, sobald eine neue Episode online ist.

Dazu gehören “Heroes”, “The Office”, “Life”, “Bionic Woman”, “30 Rock”, “Friday Night Lights”, “Late Night with Conan O’Brien” und “The Tonight Show with Jay Leno”.

Ab Oktober sollen diese Shows kurze Zeit nach ihrer Ausstrahlung zum Download bereit stehen. Finanziert wird das Ganze über Werbeeinblendungen, außerdem sollen die Dateien nach einer Zeit von sieben Tagen unbrauchbar werden.

In Deutschland wird der NBC Direct genannte Service wohl nur über indirekte Wege erreichbar sein.

Quellen: Welt Debatte, ORF, Sat und Kabel

Es ist so lustig, weil es wahr ist

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Blogosphäre, geschrieben am 21. September 2007 von Thomas Arndt

Wie würde ein geschäftliches Meeting eigentlich ablaufen, wenn die Teilnehmer die Sprache und das Benehmen von Kommentarschreibern und Forentrollen hätten?

Hier ist die Antwort:

[via crunchnotes]

ARD, ZDF und die Digitalisierung

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Mattscheibe, Medienrauschen, geschrieben am 29. August 2007 von Thomas Arndt

Der Streit um die Digitalisierungspläne von ARD und ZDF geht in eine neue Runde. Diesmal gibt es einen Schlagabtausch auf oberster Ebene:

Als “völlig überzogen” hat der Vorsitzende der ARD, Fritz Raffke Kritik an den Digitalplänen von ARD und ZDF bezeichnet. Das geht aus einer Pressemitteilung der ARD hervor.

Der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz hatte die Digitalpläne der ARD und des ZDF scharf kritisiert. “Online- und Mobile-Angebote gehören nicht zum Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks”, sagte Doetz auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg. Doetz weiter: “Es kann nicht sein, dass ARD und ZDF sich bis 2009 ungehindert gebührenfinanziert ihre digitale Wunschwelt bauen und Fakten schaffen, die die Anforderungen der EU-Kommission außer Acht lassen.”

Raffke hingegen bezeichnete die Pläne der ARD für die digitale Welt als “maßvolle und an den finanziellen Möglichkeiten der ARD orientierte Weiterentwicklung”. Mit Blick auf neue Verbreitungswege, neue Empfangsmöglichkeiten und die sich verändernde Mediennutzung sei eine solche Weiterentwicklung unverzichtbar. Und an den Präsidenten des VPRT gerichtet witzelte Raffke: “Wenn Herr Doetz schon vor 40 Jahren für den VPRT auf der IFA gewesen wäre, dann hätte er der ARD wahrscheinlich auch den Einstieg ins Farbfernsehen verbieten wollen.”

GEZ schlägt fies zu

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 24. August 2007 von Thomas Arndt

Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) ist in Deutschland etwa so beliebt wie ein Furunkel am Arsch. Und das obwohl sie eigentlich für etwas Gutes stehen sollte: Medien- und Meinungsvielfalt. Sollte, wohlgemerkt. Und jetzt fängt das Furunkel auch noch an zu eitern:

Das Internetportal akademie.de wurde von der Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über die Rechtsabteilung der GEZ abgemahnt, wie das Portal heute selbst berichtet. Es geht um die Verwendung von Begriffen, wie etwa “GEZ-Gebühr” und vielen anderen, die angeblich nur dazu gedacht sein, “ein negatives Image der GEZ hervorzurufen”. Jede weitere Verwendung des Begriffs würde 5.100 Euro kosten.

Eine genaue Übersicht über die Begriffe findet sich auf dem Portal selbst oder auch auf Spiegel Online.

Überall ist man heute wegen der peinlichen und fiesen Aktion der GEZ verwundert und wütend:

Jens Scholz schreibt:

Zumindest spielt die GEZ hier ihrem miesen Image und dem Klischee als hinterfotzige Denunziantenpest voll in die Hand und man hat seiner vorgeblichen Intention, dagegen vorzugehen, daß jemand mit der “Nutzung nicht existenter Begriffe (…) ein negatives Image der GEZ hervorzurufen” imstande sei, einen Bärendienst erwiesen.

Thomas Knüwer schimpft:

Sie ist eine Peinlichket im Rahmen des deutschen Mediensystems, ein Schandfleck, über dessen weiträumige Neustrukturierung dringend nachgedacht werden muss.

off the record hat mal geschaut, wie oft im eigenen Haus bestimmte Begriffe verwendet werden:

Man hätte ja auch im eigenen Hause kehren können: ARD: 50 Treffer zu GEZ-Gebühr, ZDF: 3 Treffer. Und so weiter. Und nu?

Und das CIO-Weblog schaut über den Tellerrand:

Dieses saudumme Verhalten hat nicht nur den zu erwartenden “Blogstorm” hervorgerufen, sondern sogar die sonst eher etwas behäbigen Journalistenverbände zu einem Protest gegen die verordnete Sprachregelung veranlasst.

Ich glaube, die GEZ tut sich selbst und ihrem schlechten Image keinen Gefallen wenn sie mit solchen harten Maßnahmen Unschuldige abmahnt. Statt dessen werden die beanstandeten Wörter im Internet weiterverbreitet und der Hass auf die GEZ wächst.

“Freie Brandblogs sind nicht konform”

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 23. August 2007 von Thomas Arndt

Das was da oben in der Überschrift steht, sagt Christoph Käse, Chefredakteur der Welt Online und selbst erfolgreicher Blogger. In einem Interview mit epd-Medien geht Käse noch einmal auf eine Geschichte ein, die dazu führte das Welt Debatte-Blogs zensiert in die redaktionellen Qualitätskontrollmechanismen eingebunden wurden. Alan Posener, ein Welt-Blogger, hatte damals gegen Kai Diekmann polemisiert und eins auf den Deckel bekommen. Gewehr bei Fuß reagierte Käse sofort auf des Führers Befehl und pflegte die “Brand-Blogs” in die gewohnte Hierarchie des Axel Springer Verlages ein. Der Verdacht journalistischer Freiheit sollte gar nicht erst aufkommen.

Nun, was hat Käse dazu zu sagen? Lassen wir es auf uns wirken:

Das Publikum kann erwarten, dass alles, was unter unserer Marke gesendet wird, unseren Maßstäben und Regeln entspricht. Sprich: Auch da muss es eine Qualitätskontrolle geben. Der Leser im Internet wählt nicht die erratische Meinung eines Redakteurs, sondern das Produkt eines Teams. Ein freier, unkontrollierter Brandblog wäre ein Oxymoron. Freie Blogs gerne! Aber freie Brandblogs unter der Marke „Welt“ sind nicht konform. Dort müssen die Regeln, die in unserem Stilbuch festgelegt sind, eingehalten werden.

Kein Kommentar.

PI-Macher Stefan Herre ergreift Wort

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Politikum, Blogosphäre, geschrieben am 14. August 2007 von Thomas Arndt

Mit Stefan Herre vom als rechtspopulistisch geltenden Weblog Politically Incorrect war ja kürzlich in der Jungen Freiheit ein Interview zu lesen. Jetzt hat der Blogger sich den Fragen der Mitglieder der ebenfalls schon öfter wegen der Aktivitäten rechter Kreise ins Fandenkreuz geratenen Politik-Community dol2day.com in einer Art Promi-Chat gestellt.

Das Best Of:

Solange bei jeder Straftat, die ein Rechtsextremer begangen hat, gesagt wird, dass es eine rechtsextreme Tat war, solange muss man auch sagen dürfen, dass Migranten Gewalt verüben

Es ist jedenfalls die höchste Form der Toleranz, wenn wir Hassprediger in deutschen Moscheen walten lassen, ohne einzugreifen. Hier sollte m.E. die Toleranz aufhören

Ja, das Verständnis der gemäßigten Muslime für Selbstmordanschläge ist leider sehr groß

Nein, der Islam ist alles andere als eine friedliche Religion, auch wenn usn die Islamvertreter das immer wieder suggerieren möchten

Und hier noch ein besonders lustiger:

Die Kommentare sind teilweise unsere Achillesferse, aber abschalten werden wir sie wohl nicht - wir heißen ja nicht bildblog

Und was passiert, wenn Stefan Niggemeier bei Nazi-Themen mal die Kommentare zulässt auf seinem Blog, dass hat man ja schon gesehen.

Den Chattranskript kann man hier nachlesen.

Auf ein neues: Blog-Bashing

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Blogosphäre, geschrieben am 14. August 2007 von Thomas Arndt

Mal wieder sorgt ein etwas kritischer Artikel über die deutsche Blogosphäre für Aufregung. Johannes Boie resümiert auf sueddeutsche.de:

Die Öffentlichkeit von Weblogs bestünde in ihrer technischen Zugänglichkeit für jedermann. Keinesfalls aber besteht sie in ihrer gesellschaftlichen Relevanz.

Dabei bezieht sich Boie auf den in Blogosphäre, Wissenschaft und Journalimus gleichermaßen angesehenen Forscher Jan Schmidt und dessen Studienergebnisse. Dies und vieles andere, was sich in dem Artikel findet, etwa über adical, ist keineswegs neu. Es musste wohl aber nochmal gesagt werden, warum auch immer. Vielleicht, damit die ganzen aufgeregten Blogger sueddeutsche.de anklicken.

Stefan Niggemeier schreibt in einem offenen Brief an Boie:

Sie kommen zu Ihrem ernüchternden Fazit über die deutsche Blog-Landschaft dadurch, dass Sie sie an extrem hohen Ansprüchen messen. Sie geben aber an keiner Stelle einen Hinweis darauf, wer diese Ansprüche aufstellt.

Auch Thomas Gigold wundert sich, warum Journalisten ständig über Blogger schreiben, obwohl es ja überhaupt nichts neues über Blogger zu schreiben gibt:

Ab und an nun greifen auch Journalisten das Thema Blogs auf, und lassen sich nach Herzenslust - diesen Eindruck zumindest bekommt man gelegentlich - an der kleinen, unbedeutenden Blogwelt Deutschlands aus.

Im Kern hat Boie aber Recht. Es ist schon etwas ärmlich, wie wenige Blogs von journalistischer und gesellschaftlicher Relevanz es in Deutschland gibt.

Nochn Netzwerkportal

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Business, geschrieben am 11. August 2007 von Thomas Arndt

Netzwerkportale gibts wie Sand am Meer und für jeden Bedarf das passende. Wer gerne über Pornos diskutiert, ist beim SchuelerVZ richtig. Für Fleischesser lohnt sich das StudiVZ, Leute mit Drogenerfahrung finden am bunten Layout von Myspace bestimmt Gefallen. Yuppies gehen zu Xing, wer gerne seine Daten an Google zur Auswertung übergeben möchte, wendet sich ans hauseigene Portal orkut. Und wer gar nicht weiß, wo er hingehört, versuchts bei den Lokalisten.

So. Normalerweise ignoriere ich ja ungefragt zugesendete Werbung oder mache mich drüber lustig. Der folgende Versuch ist aber allerliebst (sogar handschriftlich):

Fellowweb

Da auch der Xing-Checkup der ungebetenen Postkartenschreiberin Symphatie-Punkte bescheinigt, tue ich Klaudia Buggenthin den Gefallen und erwähne ihr Unternehmen:

Fellowweb.de

Jetzt allerdings noch zu erklären worum es geht, wäre zuviel des Guten. Das könnt ihr aber bei den ganzen anderen buzzenden Bloggern nachlesen:

Salzstangenblog, bessergehtsimmer, fischmarkt, blogschrott

PS: Man beachte in der aktuellen Situation von StudiVZ auch den Fellowweb-Slogan: Ausgegruschelt ;)