Gibts eigentlich auch Radio 2.0?

Modern ist, wenn, während der Radiomoderator im Fernsehen eine E-Mail vorliest, im eingeblendeten SMS-Chat “Andi” eine dominante Frau sucht. Ist das dann eigentlich Radio 2.0, um das Schlagwort aus dem Web mal zu übernehmen?
Wie auch immer: aufgrund solcherlei bunter wie auch kurioser “Medienkonvergenzen” bin ich beim Zappen durch das große, aber meist schlechte Angebot von Astra Digital bei neonox hängengeblieben. Während beim WDR oder Eins Live der seriöse Jürgen Domian seit 1995 Deutschlands wahrscheinlich beliebteste und hochwertigste Call-In-Talkshow im Radio moderiert, läuft seit letztem Jahr parallel - fünfmal die Woche von null bis zwei Uhr - “neonox - die neue Nacht im Radio”.
Vor allem auf kleineren Radiostationen, wie Radio Galaxy in Bayern, Radio Fantasy in Augsburg oder Energy Sachsen ist die Syndication-Show zu empfangen. Berichten bei radioforen.de zufolge, wird die Sendung den Stationen kostenlos angeboten. In der Nacht den Wortanteil auf diese Weise zu steigern sei wohl sinnvoll, um etwas an GEMA-Gebühren zu sparen.
Wer mal reinhören will: den passenden Radiostream bei surfmusik aussuchen, oder direkt die url zum Live-Video-Stream (mms://streaming.rtl.de/traumpartnertv) im Media Player öffnen oder natürlich auf Astra Digital gucken.
Achja, und falls ihr eine dominante Frau seid, meldet Euch doch mal dort: Während ich diesen Eintrag geschrieben habe, kam die SMS von “Andi” mindestens dreimal über den Bildschirm.

6 Kommentare zu “Gibts eigentlich auch Radio 2.0?”

  1. Gause schreibt:

    Web 2.0 - Radio 2.0 … ich kann es nicht mehr hören/lesen. Dieses 2.0 Gehabe ist nur eine Masche von PR-Profis um ihre Produkte besser vermarkten zu können. Bitte ;), stopt diesen 2.0 schei** . Schöne Nacht euch allen. PS: Coole seite

  2. massenpublikum schreibt:

    Radio 2.0? Ganz klar last.fm.

  3. Thomas Arndt schreibt:

    2 Kommentare wurden gelöscht, da (Werbe)Spam, ich habe noch keinen Spamfilter für das Blog (Falls jemand einen kennt und wie der zu installieren ist, wäre eine Mail nett: th.arndt@gmx.de).

    Aber zum Thema:

    massenpublikum hat Recht, an last.fm habe ich gar nicht gedacht. Das trifft die Definition von Radio 2.0 wirklich am besten. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich selbst diesen Dienst nicht nutze, unter anderem auch deshalb, weil ich eigentlich nicht will, das andere sehen können, was ich höre. Und anonym machts ja keinen Spaß.

    Das diese 2.0-Begriffe auch PR sind, wie Gause schreibt, sieht man, wenn man mal bedenkt, dass viele Internetportale bestimmte 2.0-Features, wie etwa die Vernetzung, schon sehr lange bieten.

  4. massenpublikum schreibt:

    last.fm macht auch anonym Spaß. Und zwar weil Dir Songs geboten werden, die Du magst. Solltest Du ein Lied nicht mögen, gibst Du das an und kannst sicher sein, dass es Dir nie wieder untergejubelt wird. Bei welchem Sender geht das?

  5. Thomas Arndt schreibt:

    Bei den großen Radiosendern ist die Strategie ja gegenteilig: Dort wird nur das gespielt, was “getestet” hat, wo man sich aufgrund von Marktforschung also sicher sein kann, dass es die Mehrzahl der Leute gut findet, oder zumindest nicht umschaltet. Darüber hinaus kann es einen Radiosender, der genau das spielt, was einem gefällt ja nicht geben. Aber mit last.fm ist genau das möglich, da hast Du Recht.

  6. “Unterschichten-TV” schafft es bis zu Domian-medienblogger schreibt:

    […] kurzem wurde die interessante, aber nicht sonderlich erfolgreiche Call-In-Radioshow “neonox” fürs erste abgesetzt. Vermutlich konnte man nicht genug Radiosender überreden den Wortanteil […]

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