Das war Heroes Staffel 1

Heroes

Wow, was war das für eine Serie, die uns NBC seit dem September 2006 da präsentiert hat. Gerade habe ich die finale Episode gesehen und hatte die Befürchtung, ich würde enttäuscht werden. Das Gegenteil ist der Fall, und von Finale kann man ja auch nicht wirklich sprechen, sondern nur vom Abschluss eines ersten Kapitels. Denn ähnlich wie Lost ist Heroes ja auf eine langfristige Storyline ausgelegt.

Eine weitere Besonderheit von Heroes: dank Internet war die Show wohl eine der ersten, die in diesem Umfang auch in Deutschland, wo die Fans mit am allerlängsten auf den Serienstart warten müssen, schon in der Originalfassung zum Kult-Hit avancierte. Eine Entwicklung, die den (amerikanischen) Broadcastern in Zukunft sicher noch Kopfzerbrechen bereiten wird. Für den Moment allerdings scheint NBC die sicher nicht legale Verbreitung der Serie über Bittorent oder in Ausschnitten auf Youtube zu tolerieren. Den Eindruck hatte zumindest ich in den letzten Monaten.

Im Folgenden blicke ich auf die erste Staffel zurück.

Spoiler hinter dem Klick

Heroes, das ist die Geschichte vermeintlich normaler Menschen, die entdecken, dass sie außergewöhnliche Fähigkeiten haben. So ähnlich wie bei X-Men, nur das sie keine Kostüme tragen, und es auch keine Akademie gibt, die sich um die “Mutanten” oder auch “Specials” kümmert.

Statt dessen interessieren sich verschiedene Gruppierungen aus den unterschiedlichsten Motiven für die “Specials”.
Da ist zunächst der Wissenschaftler Mohinder Suresh, der versucht das Erbe seines Vaters fortzuführen, der die Heroes ausfindig machen will, um ihnen zu helfen. Ebenfalls auf der Jagd nach den Heroes ist eine Organisation, die sich hinter einer Papierfabrik verbirgt, und eher unlautere Absichten hat. Sie entführt die Heroes und untersucht sie. Deren Chef ist Mr. Bennet, der loyale Company-Man, der jedoch, als seine eigene Adoptiv-Tocher, die Cheerleaderin, Super-Fähigkeiten entwickelt, die Seiten wechselt, um seine Familie zu schützen.
Eine besondere Rolle kommt Mr. Linderman (Malcolm McDowell: Alex aus Uhrwerk Orange) zu: Gleich zu Beginn der Serie sieht einer der zentralen Heroes, nämlich Hiro Nakamura, der durch Zeit und Raum reisen kann, im New York der nahen Zukunft eine gewaltige Explosion. Diese Explosion ist es, von der Mr. Linderman hofft, sie wird die Menschheit vereinen und einer besseren Zunkunft zuführen. Dafür ist er bereit das Leben vieler Menschen in New York zu opfern.
Die “guten” Hereos jedoch wollen die Explosion verhindern: Allen voran Hiro Nakamura, der als Symphatieträger der Serie fungiert und der am Ende derjenige ist, der den Schurken töten wird. Der Schurke, dass ist Gabriel Gray, genannt Sylar, ein einfacher Uhrmacher, der zunächst die Fähigkeit besitzt, die Funktionsweise von Mechanismen oder Organismen zu verstehen. Gleichzeitig ist er einer der ersten Specials, der von Mohinders Vater untersucht wird. Enttäuscht über das mangelnde Interesse des Wissenschaftlers und von Minderwertigkeitskomplexen geplagt tötet Sylar Mohinders Vater und beginnt nach “Specials” zu suchen, um ihnen das Gehirn zu entnehmen, und so deren Fähigkeiten zu erlangen.
Peter Petrelli, eine weitere zentrale Figur der Serie, kann ebenfalls die Fähigkeiten anderer Heroes absorbieren, allerdings ohne sie zu töten. Er wird so zum vermeintlich einzigen unter den Hereos, der Sylar aufhalten kann. Eines ist gewiss: entweder Peter oder Sylar werden es sein, welche die Bombe sind, die weite Teile New Yorks vernichten wird.

Jeder, der wie ich die letzte Episode der ersten Staffel gesehen hat, weiß, wie es letztlich ausgegangen ist: Nathan, Peters Bruder, der von Linderman auserwählt wurde, die “neue Welt” zu führen (und damit den Tod von Millionen in Kauf nehmen müsste), entscheidet sich anders: Da er die Fähigkeit zu fliegen besitzt, schnappt er sich seinen Bruder, nachdem dieser die Fähigkeiten des von Hiro getöteten Sylars absorbiert hat und außer Kontrolle gerät. Die Explosion findet nicht in New York, sondern irgendwo im Weltall statt.

Zugegeben, das Finale war reichlich unspektakulär. Nichts war es mit dem großen Endkampf zwischen Peter und Sylar. Zum Glück. Auch wenn der Erfolg von Heroes wohl darin liegt, zwei Trends aus dem Fantasy-Bereich, nämlich den Mysterie-Boom (Lost) und den Comic-Boom (X-Men, Spider-Man) auf der Mattscheibe zusammenzuführen, so ist es doch erleichternd, dass man uns keinen bombastischen Kampf im Stil der Marvel-Comics präsentiert hat, sondern statt dessen eher einen kleines Zwischenspiel:

Mohinder, der auch als Erzähler fungiert, räsoniert noch länger als sonst über die Menschen und die Welt (Yet still we struggle to make a difference, to change the world, to dream of hope; never knowing for certain whom we will meet along the way. Who among the world of strangers will hold our hand, touch our hearts, and share the pain of trying.), zwei Familien werden am Ende zusammengeführt, Nathan opfert sich für die, die er liebt.

Und all das, es ist gut so. Ist es doch der Verdienst der Drehbuchautoren, eine weitestgehend konstante und durchdachte Serie geschaffen zu haben. Für den Moment macht es den Anschein, als sei es nur ein Bruchteil der Geschichte der Heroes, die bis jetzt erzählt wurden ist. Und all das, was in der ersten Staffel passierte, es wird sich irgendwann in ein großes Ganzes zusammenfügen.

Sylar zumindest, oder das Böse in ihm, scheint überlebt zu haben: Sein Blut fließt durch einen Kanaldeckel, aus dem eine Kakerlake kriecht: Deren Überlebensfähigkeit hatte Mohinder bereits zu Beginn der Serie in einem Vortrag bewundert.

Weiter geht es nun erstmal mit einem Spin-Off, Heroes: Origins, das in sechs Folgen auf dem gewohnten Sendeplatz am Montag jede Woche einen neuen Charakter einführen wird. Die amerikanischen Zuschauer können dann wohl entscheiden, welche der Charaktere es in die zweite Staffel schafft. Bis dahin heißt es jetzt aber erstmal warten. Zum Glück gab es diesmal ja keinen all zu harten Cliffhanger, eher einen Teaser mit Hiro im historischen Japan am Ende der letzten Episode.

Am 28. August erscheint die erste Staffel Heroes in den USA auf DVD. Im Herbst geht Heroes in der deutschen Übersetzung auf RTL II an den Start.

Quellen: Heroes bei Wikipedia (us), Heroes bei Wikipedia (de), Heroes Wiki (de), Heroes Wiki (us), Heroes News (de)

Bildnachweis: Ausschnitt Screenshot der offiziellen NBC-Website (23.05.07).

3 Kommentare zu “Das war Heroes Staffel 1”

  1. Neue Spoiler der zweiten Heroes-Staffel-medienblogger schreibt:

    […] Die zweite Staffel Hereos wird in Amerika ab dem Herbst ausgestrahlt, etwa zur gleichen zeit startet die erste Staffel in Deutschland auf RTL II. Mit der Problematik, dass sich beliebte US-Serien auf halb- und illegalem Wege schon weit früher (im Fall von Heroes ein Jahr) in Deutschland verbreiten, hat sich auch popkulturjunkie Jens Schröder in seinem Artikel bei Focus Online auseinandergesetzt. In meinem Rückblick auf Staffel 1 hatte ich das Thema auch schon angesprochen. […]

  2. US-Serien im Herbst-medienblogger schreibt:

    […] Heroes ab 24. September […]

  3. Heroes rückt näher-medienblogger schreibt:

    […] TV-Start der US-Erfolgsserie “Heroes” rückt näher. Am 10. Oktober wird RTL II mit der Ausstrahlung der ersten Staffel beginnen. Am 24. […]

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