Kerner schmeißt Eva Hermann aus Sendung

Ja, richtig gehört: Talkkönig Johannes B. Kerner wird heute Abend Eva Hermann aus seiner Sendung zum Thema Familienpolitik werfen. 22:45 auf dem ZDF.

Eva Hermann war wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zur Familienpolitik der Nationalsozialisten vor einem Monat beim NDR rausgeflogen. Hintergrund war zudem die Kritikresitenz der brauen Eva bei diesem Thema.

In der Aufzeichnung der Sendung, die heute abend ausgestrahlt wird, kam es zum Eklat. Spiegel Online schreibt dazu:

Zuvor hatte der Moderator fast 50 Minuten lang die 48-Jährige immer wieder gefragt, ob sie ihre Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde. Doch Herman wich mehrfach aus und ergänzte: Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden. Zudem sagte sie, dass man nicht mehr über deutsche Geschichte sprechen könne, ohne sich zu gefährden. Daraufhin sagte Kerner: “Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman.

Es scheint, als wäre Eva Hermann einfach unbelehrbar. Welche Ziele sie verfolgt bleibt dabei völlig unklar. Vielleicht sollte die Frau sich konsequent für eine Karriere bei einer rechtsextremen Partei entscheiden oder einfach mal in Urlaub fahren. Eine Bildungsreise dürfte sich da anbieten.

[via medien-gerecht]

2 Kommentare zu “Kerner schmeißt Eva Hermann aus Sendung”

  1. Michael Meerfeld schreibt:

    Leider ist das zitierte Zitat des Spiegels nicht korrekt, so wie viele andere “Zitate” von Eva Herrmann auch falsch wiedergegeben bzw. sinnentstellt verbreitet wurden. Ich habe die Sendung live angesehen und muss sagen, dass ich ganze Aufregung nicht verstehen kann. Sie hat weder die Werte der Nazis gelobt noch sonstige braune Thesen verbreitet.

    Kerner hat sie mit Ihrem Zitat “Gleichschaltung der Presse” konfrontiert. Daraufhin hat sie meiner Meinung nach zurecht geäußert, dass diese Formulierung bereits häufig in der Presse verwendet wurde. Ungeschickter Weise hat sie den Vergleich zu den Autobahnen gezogen (http://www.bild.t-online.de/BTO/leute/2007/10/11/herman-eva-aeusserungen/kerner-rauswurf-sendung,geo=2644210.html). Sachlich vielleicht korrekt, aber in Deutschland ist ein solcher Vergleich eben nicht machbar. Nicht weil es falsch ist, sondern weil jeder auf Autobahnen fährt und damit dann jeder ein Nazi wäre. Oder sehe ich das falsch? Ich schließe ich mich da dem Beitrag des jüdischen Publizisten in Spiegel Online an (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,510511,00.html) und sehe das ganze als unterirdisches Tribunal ohne jegliche Substanz.

    Wie dem auch sei, ich finde es alles sehr sehr übertieben. Sicherlich agiert Eva Herrmann als Medienprofi ungeschickt, aber warum sollte man eine Aussage (die angebliche Wertschätzung der Nazi-Familienpolitik) zurückziehen oder als Fehler einstufen, den man nicht gemacht hat?

    Aber vielleicht werde ich mit diesem Kommentar jetzt auch schon in die Nazi-Schublade gesteckt. Wer weiß.

  2. Michael Horn schreibt:

    Herr Meerfeld: Sie haben das gut formuliert. Obiger Artikel ist ein erneutes “In-die-Ecke-Stellen” auf Basis falscher Informationen. Das ist sehr schade.

    Inhaltlich verstehe ich Frau Herman zwar (noch) nicht ganz. Ebenso wie wohl auch Herr Barth beispielsweise (muss er ja aber auch nicht…). Herr Kerner und seine Gäste sind dann “gleichgeschaltet”, weil es doch viel einfacher ist als den Kopf zu bemühen, schnell auf den Zug aufgesprungen, Frau Herman abzustempeln.

    Vielleicht war es sogar die Absicht von Frau Herman dies vorzuführen? Denn intelektuell schien sie allen Beteiligten deutlich überlegen zu sein. Vielleicht wollte Sie absichtlich veranschaulichen, dass manche Medienvertreter, oder auch Talkshowgäste (sogar ein Professor), blind auf gewisse Stichpunkte reagieren, wie ein konditionierter Hund auf das Rascheln mit der Futterdose. Sie sagt “Autobahn” und die Runde stöhnt ohne hin zu hören, was sie wirklich gesagt hat. Das wird dann wieder mehrfach zitiert und wir haben abermals den Stille-Post-Effekt.

    Frau Herman ist daher nicht “unbelehrbar”. Sie kann nur nicht etwas widerrufen, was sie nicht gesagt hat. Oder?

    Aber ich lese und sehe von Tag zu Tag mehr, dass die Leute dies erkennen, ebenso wie Sie Herr Meerfeld.

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