Prager Langeweile

Das sogenannte Flüchtlingsdrama “Prager Botschaft”, dass RTL an diesem Sonntag über den Sender schickte, stellte sich bedauerlicheweise als Langeweile im typischen Zwangskorsett der seichten Unterhaltung heraus.

Das Ehepaar Bettina und Stephan Herfurth entschließt sich zusammen mit einem befreundeten Paar im Spätsommer 1989 zur Flucht über Prager Botschaft der BRD in den Westen. Er muss jedoch zurück nach Berlin um den Sohn nach Prag zu holen, was sich letztlich nicht als sonderlich abenteuerlich oder spannend herausstellt. Der Vater ist ein wenig sauer, weil der Sohn ein Republikflüchtling ist, hilft Minuten später allerdings bei der Flucht vor den DDR-Behörden.

Viel über die Zustände und die Flüchltingsschicksale in der Prager Botschaft erfährt man allerdings nicht. Statt dessen konzentriert sich der Film auf eine alberne Dreiecksbeziehung: Sie hatte nämlich mal eine Affäre mit einem Westler, der jetzt überraschender Weise im Staatsdienst die Geschicke der Botschaft lenkt. Warum sich die Drehbuchautoren diese nichtmal symbolische Beziehung ausgedacht haben, bleibt unklar, vermutlich ist die deutsche Geschichte 2007 einfach alleine nicht spannend genug.

3 Kommentare zu “Prager Langeweile”

  1. Sopur's Filme schreibt:

    RTL: Prager Botschaft…

    Gestern Abend auf RTL: «Prager Botschaft»: Flüchtlingsdrama kurz vor der Wende.
    Zufällig bin ich gestern Nachmittag auf das «Event Movie» «Prager Botschaft» auf RTL gestossen - und habe es am Abend dann auch «nahezu» live geschaut.
    Grundsä…

  2. Robert schreibt:

    Sehe ich völlig anders. Ich fand den Film richtig gut.
    Klar, ohne eine Liebesstory kommt so eine Produktion offenbar nicht aus. Aber es war ja auch kein Dokufilm. Im übrigen hat man sehr wohl etwas über die Zustände erfahren.

  3. Ferres, Will und die DDR-medienblogger schreibt:

    […] als in der vergangenen Woche auf RTL mit der Prager Botschaft ist es den beteiligten der ARD mit “Die Frau vom Checkpoint Charly” gelungen, eine […]

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