Reaktionen auf Herman bei Kerner
Der Auftritt von Eva Herman bei Johannes B. Kerner beschäftigt heute die gesellschaftliche Debatte in Deutschland. Dabei sind sich die meisten Kommentatoren darüber einig, dass die Akteure der Talkshow eine miserable Figur abgeben haben. Herman, weil sie so sturr war. Kerner und der Wissenschaftler, weil sie in Eva Herman mehr sahen, als sie eigentlich ist, und Schreinemakers, Berger und Barth, weil sie nicht wirklich etwas sinnvolles beizutragen hatten.
Henryk m. Broder (Autor, Journalist), der, nicht ganz zu Unrecht, gelegentlich die Deutungshoheit über deutsche Befindlichkeiten im Zusammenhang mit der Vergangenheitsbewältigung insbesondere der des Dritten Reiches zu beanspruchen scheint, hat heute für Spiegel Online Wahres, über die Debatte um Eva Herman und ihren bizarren Auftritt bei Johannes B. Kerner geschrieben:
Hat Eva Herman die Familienpolitik des Nazis verteidigt? Die Frage ist so irrelevant wie die Art der Haarspülung, die Eva Herman benutzt. Allein, dass sie seit Wochen debattiert wird, zeigt welche Narreteien mit Priorität behandelt werden.
Und dann passierte etwas, das man sich merken sollte, wenn man seinen Kindern und Enkeln eines Tages erklären möchte, wie weit im Jahre 2007 die Hemmschwelle nicht nur bei deutschen Moderatoren, sondern auch deutschen Professoren sinken konnte. Ein bekannter Berliner Historiker, der abseits der Runde plaziert worden war, klärte das Publikum darüber auf, was Eva Herman falsch gemacht hatte: […] Und er forderte die 1958 geborene Moderatorin auf, sich “von diesem rassistischen Frauenideal zu distanzieren”, als habe er nicht Eva Herman vor sich, sondern die wiedergeborene Eva Braun.
Als Eva Herman nach genau 55 Minuten von Kerner aus dem Studio komplimentiert wurde […] es endete auch eine der längsten Antifa-Sitzungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es ist ein Antifaschismus, der sich von seinem eigentlichen Gegenstand längst verabschiedet hat und dort am besten gedeiht, wo es keinen Faschismus gibt: in einem virtuellen Raum des wohlfeilen Widerstands.
Blogger und Journalist Stefan Niggemeier merkt zur eigentlichen Qualität der Sendung treffend an:
Das war in einer an bizarren Momenten reichen Sendung einer der bizarrsten: Berger, Schreinemakers und Barth hatten deutlich gemacht, dass es ihnen unmöglich ist, ernsthaft weiterzudiskutieren, solange noch diese Nazitante dabei sitzt. […] Ohne die Nazitante, schien die Runde zu sagen, kann man nicht nur besser über gesellschaftliche Fragen diskutieren, sondern noch besser nicht über gesellschaftliche Fragen diskutieren.
Jörg Thormann von der FAZ spricht einen weiteren wichtigen Punkt an:
Als Geschlagene verließ Herman das Studio, in dem Kerner noch gut zwanzig Minuten mit den verbliebenden Dreien Belanglosigkeiten austauschte. Doch es war ein fragwürdiger Triumph des Moderators über eine angeschlagene Gegnerin, die nicht klug genug war, sich diesen Auftritt zu ersparen. Ob gewollt oder nicht: Spätestens jetzt ist Eva Herman zur Märtyerin all jener geworden, die überzeugt davon sind, dass es in diesem Land kein Recht auf freie Rede gebe.
Und Lutz Kinkel vom Stern analysiert auf teilweise humorvolle Art- und Weise die Persönlichkeit von Eva Herman:
Sie vermittelte dabei den Eindruck einer Frau, die nach Monaten in der medialen Waschmaschine in einem bedenklichen psychischen Stadium angekommen ist. Jemand, der mit Fehlern nicht mehr souverän umgehen kann. Sondern sich trotzig in Verteidigungen versteift, die für Außenstehende neurotisch klingen. Die Medien hätten sie falsch zitiert. Es sei gefährlich, über die Geschichte zu sprechen. Sie könne nicht frei ihre Ansichten zu Familie und Kindern äußern. Fehlte nur noch, dass sie von Erdstrahlen geredet hätte, die sie dauernd bedrängen würden.
Wer die Sendung verpasst hat, kann sie übrigens hier anschauen.
10. Oktober 2007 um 15:53
Nicht nur Diskussionsinhalte auch Diskussionsformen können antidemokratisch sein!
10. Oktober 2007 um 15:59
Und welcher der gestrigen Akteure wäre demnach kein Demokrat gewesen?
10. Oktober 2007 um 16:04
http://tkurbjuhn.blogspot.com/2007/10/deutsche-sind-primitiv-aber-glcklich.html
10. Oktober 2007 um 16:10
Wer als Moderator eine solche Runde zusammenstellt (incl. eines ausgewiesenen und umstrittenen polemischen Wissenschaftlers), und derart einseitig eine Medienexekution inszeniert, verletzt die Grundregeln demokratischer Gesprächskultur. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Frau Berger mit ihrem Verhalten in 68er Diskussionrunden erpresserischen Erfolg hatte - diese Erregung (auch von Fr. Schreinemakers) war doch die erwartete Steilvorlage für den geplanten oder in Kauf genommenen Rauswurf von Fr. Herman. Wer deren Hinweis auf die Autobahnen (übrigens ganz deutlich nicht als das alte “Autobahn-Argument” i.S.v. Errungenschaften gebraucht!) zum Anlaß für einen hysterischen Anfall nimmt und auf diese Weise den Ausschluß eines Gastes (der im Übrigen ja mit seinem Beitrag schon durch war) erwirkt, ist ein guter Schauspieler oder Taktiker - mehr nicht!
Übrigens: Sämtliche Argumente Hermans aus der Bindungsforschung etc. hätte man doch sachlich begegen können - vorausgesetzt man könnte!
10. Oktober 2007 um 21:31
Zu Broder habe ich gerade etwas entdeckt, was mich beunruhigt: Er hat dem rechten Blatt Blaue Narzisse ein Interview gegeben. Ist er jetzt ein Nazi?
Hier der Link:
http://www.blauenarzisse.de
10. Oktober 2007 um 22:00
Wenn, dann ist er als Jude ein Zionist ;) Aber im Wesentlich schreibt er immer gerne gegen die Mehrheitsmeinung und polemisiert gerne.
11. Oktober 2007 um 12:42
Bei der anschliessenden Diskussion über die Sendung und in den meisten Kommentaren fehlt mir der Hinweis auf Frau Hermans Vorhaben, gegen den NDR und ihren Rausschmiss zu prozessieren. Vor diesem Hintergrund scheint es plausibel, dass sie sich vor der Sendung eine Strategie zurechtgelegt hatte, nach der sie möglichst wenig eigene Fehler eingestehen kann. Ausserdem glaube ich, dass sie einen extrem schlechten Tag hatte und sich anschliessend sehr über ihren schlechten Auftritt in dieser schlechten Sendung ärgert. Kerners Art zu moderieren, besonders sein naives Provozieren mit “investigativen” Fragen und das anschliessende Quittieren von Hermans zunehmend genervten Rechtfertigungen (..okay..hmhm..ja..okay..) ohne zuzuhören oder etwas zu verstehen, war für mich - wie üblich - schwer auszuhalten. Das einzig Gute an seiner Sendung ist, dass er dadurch hoffentlich weniger Zeit hat Fussballländerspiele zu kommentieren.
11. Oktober 2007 um 15:01
Ich glaube, die Bücher von Frau Herman halten wenig von dem, was sie versprechen. Ihre Thesen halte ich für fragwürdig. Eine “Nazitante” ist sie nicht.
Trotz allem ging sie für mich und viele, viele andere als moralische Siegerin aus der Kerner-Show hervor. Und ich hoffe, sie erringt wenigstens einen Teilsieg im Prozess über ihren Rausschmiss beim NDR.
Ich werde mir ihr Buch kaufen. Wahrscheinlich werde ich es nicht lesen - wie Senta Berger.
7. November 2007 um 19:43
“Wer als Moderator eine solche Runde zusammenstellt (incl. eines ausgewiesenen und umstrittenen polemischen Wissenschaftlers), und derart einseitig eine Medienexekution inszeniert, verletzt die Grundregeln demokratischer Gesprächskultur” Zitat Ende
Amen Bruder dem kann ich nur zustimmen
was da abgelaufen ist war wirklich sehr bedenklich. Schon peinlich wenn eine geplante Diskussion von vermeintlich intelligenten Menschen (den Barth mal außen vor) so abläuft. Sich schön der allgemeingültigen Meinung anschließen ohne sich selber mal gedanken zu machen nur um nach Aussen gut da zustehen. Armes Deutschland!
18. Januar 2008 um 07:44
EVA HERMAN: DAS PROBLEM BLEIBT
Drei Monate - Proteste, drei Monate - Versuche herum zu reden, Drei Monate - Schweigen der Intellektuelle.
Zunächst die Proteste: wer hätte es gedacht, dass in drei Monate mehr als 400.000 Bürger trotz der offizielle Berichterstatter, welche der Fall Eva Herman reduziert auf “Dummheit”, “Fehler”, „Überreaktion“, „Unvorsicht“ usw. doch haben alle „Punkten“ auf „i“ gesetzt. Ganz klar und ohne Wenn und Aber:
1. Die Kündigung bei NDR erfolgte aus POLITISCHE GRÜNDEN und führte damit zu BERUFSVERBOT. Diese ist GESETZWIDRIG.
2. Danach durch ZDF inszeniertes Gespräch bei Johannes Baptist Kerner war eine ÖFFENTLICHE HINRICHTUNG.
3. Tausende Menschen stellen fest: die Deutsche Demokratie wurde zu Opfer der POLITISCHEN RICHTIGKEIT also so genannten „political correctness“. Dieser „PC“ wurde über das Gesetz gestellt und als solche ist VERFASSUNGSWIDRIG.
4. Bei allen online und TV-Umfragen durchschnittlich 82% der Teilnehmer haben sich gegen den Maßnahmen der MEDIENMANIPULATION ausgesprochen.
5. Der Fall Herman wurde im Ausland von Kanada bis Australien als schädlich für Freiheit empfunden und als Zeichen der ABBAU der freiheitlichen Gesellschaft in Deutschland bezeichnet.
6. Dabei wurden folgende Zusammenhänge sichtbar geworden: GENERATION-68, HOLOCAUST-Syndrom, REPRESSALIEN STATT DISKUSSION, VERGANGENHEIT Instrumentalisierung, MEDIENMANIPULATION, „ANTISEMITISMUS“ ALS POLITISCHE WAFFE und vieles mehr als richtige Ursprung eines HEXENJAGD in Deutschland.
Der Fall Eva Herman zeigte außerdem die Mutlosigkeit der INTELLEKTUELLEN und nicht nur in Deutschland. Nur im Bereich des nationaldenkenden Journalismus (welche insbesondere in Deutschland als „rechtsextremistisch“ bewertet ist) konnte man klare Worte darüber hören. Bedeutet das etwa, dass so genannte „Globalisierung“ in diesem Fall durch Doktrin der „politischen Richtigkeit“ in die Richtung Despotie marschiert) Antwort heißt leider – JA.
Dieser monstreusen Dogmatismus, hat ja in seiner Vollkommenheit als MAULKORB für Millionen freien Menschen real geworden und des Holocaust wegen nun die Meinungsfreiheit zum Null und Nichte gemacht. In Angesicht bedrohten „Kampf der Kulturen“ ist ja zu einer Voraussetzung der GLEICHSCHALTUNG der Presse geworden und scheintoten KOMMUNISMUS nun eine typische für Bolschewismus Gehirnwäsche zum Alltag zu installieren versucht. Ich habe keine Angst von WORTPOLIZEI und sage etwas verständiger: der Fall Eva Herman ist nicht anderes als ein Versuch zu ENTARTEN der FREIHEIT als solche. Denn ich dieser Art des Terrors bereits in der UdSSR erlebt, wo eigentlich bereits 1929 der Komplex der „politischen Richtigkeit“ entstanden ist.
Die Zeit der intellektuellen Rechtfertigung des TOTALITARISMUS ist damit wie nie zuvor, trotz des GULAG ist zurückkehrt. Man merkte schon wie den Holocaust einen „Konkurrenten“ abgeschafft hat und sich selbst als „größte Verbrechung aller Zeiten“ gefeiert. Unter diesen Umständen alle Versuche mit der Vergangenheit zu beschäftigen sind durch „Empörung“ werden massiv mit den einzigen Argument „Relativierung von Holocaust bekämpft. Deutschlands Praxis der Bekämpfung des „Historischen Revisionismus“ erstmal nach 60 Jahren der Kriegsende entwickelt sich zu Muster für alle. Deutsche Regierung, EU, Intellektuelle wollen das nicht sehen. Denn Logik der von eigenem Volk verschwiegenen durch Medien Prozesse im Frühjahr 2007 hat praktisch Beweismittel bei der Rechtsprechung abgeschafft durch den „PC“ Begriff „Offenkundigkeit“. Es tobt im Lande ein Krieg gegen die freie MREINUNGSÄUSSERNG und niemand will das sehen. Die HOLOCAUST-KEULE ist zu Argument geworden.
Ganz naiv viele Bürger loben nur Eva Herman für den MUT etwas zu sagen. Und merken damit nicht, dass wenn um etwas zu sagen oder kritisieren man in einem Rechtsstaat einen MUT braucht, dann liefert man Beweis dafür, dass dieser Staat ist kein Rechtsstaat, sondern leidet an Meinungsdiktatur.
Aber man vergisst oft, dass in unseren noch nicht aus der Kraft gesetzten Verfassung Artikel 20 [Grundlagen staatlicher Ordnung. Widerstandsrecht] durch:
(4) „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist“
garantiert.
Deswegen ich sehe Notwendigkeit einer solchen gewaltlosen Widerstand, damit unser Volk, bzw. Politiker, Journalisten, Schriftsteller, Künstler nicht augrund dessen, was sie gesprochen, Geschrieben oder in Bild, Ton oder anderen medialen Möglichkeiten GEÄUSSERT haben, mit den Maßnahmen wie in Fall Eva Herman „gelyncht“ oder zum Schweigen gebracht wurden. Zuvor wurden schon nicht nur unser Bundestagspräsident Dr. Philip Jenninger, oder Martin Hohmann oder Journalist Fritjof Meier, bzw. Künstler und Schriftsteller öffentlich „gelyncht“ oder „fernsehtot“ wie Eva Herman gemacht, sondern auch nur wegen ihrer Meinung inhaftiert.
Bitte Unterstützen Sie die Bürgerinitiative gegen die Medienmanipulation:
Mahnwache gegen Medienmanipulation - für fairen Journalismus
Am 9. Februar 2008 in Hamburg
Rathausstraße 82
65203 Wiesbaden
http://meine-meinung.forumieren.de
Fon: 0611/7342730 oder mobil 0163/1486043
E-Mail: info@medien-quo-vadis.de
Die Zeit der Nichtsehens, Nichtshörens und Nichtswissens ist vorbei. Ich appelliere nicht nur an Tausenden Menschen, die bereits seine deutliche Meinung offen gesagt haben, sondern vor allem an unsere Intellektuellen und Politiker. Machen Sie mit. Unterstützen Sie unsere mündigen Bürger und sichern Sie damit, dass Sie selbst und Ihre Kinder in Freiheit weiter leben können.
Jurij Below
Freier Journalist, Frankfurt
24. September 2008 um 03:24
EVA HERMAN: EIN JAHR DANACH
«Es ist ganz offensichtlich, dass es in unserem Land eine öffentliche- und eine veröffentlichte Meinung gibt.»
So sagte Eva Herman in ihrem Interview ein Jahr nach einer beispiellosen Kampagne in der Öffentlichkeit, die nach ihrer Kündigung von ihren ehemaligen Kollegen veranstaltet wurde. Trotz aller Gegenbemühungen der politisch Korrekten, Eva Herman eroberte die Herzen der ehrlichen Menschen weltweit. Diskussionen über die Probleme dauern an. Diejenigen, die bei uns der “Vergangenheit wegen” Hass, Lügen, Fälschungen und Beleidigungen anstatt Argumente zu benutzen, gehören zum Glück nicht zur Mehrheit.
Das Interview ist von mir freigegeben und darf überall veröffentlich werden.
Frau Herman, fast vor einem Jahr wurden Sie durch die Entscheidung von Volker Herres (NDR), meiner Meinung nach aus politischen Gründen gekündigt. Stört Sie eine derartige „Politisierung“ Ihres Falles?
Eva Herman: Es wurden vonseiten des NDR in der Öffentlichkeit verschiedene Gründe für die fristlose Kündigung genannt, zum einen, dass meine schriftstellerische Arbeit nicht weiter mit meiner Tätigkeit beim NDR vereinbar wäre. Ein anderes Mal wurden mir Äußerungen unterstellt, die ich niemals tätigte. In Wirklichkeit setze ich mich für die Rechte von Kindern ein, für den Erhalt der Familie und die schöpfungsgewollte Aufteilung von Mann und Frau.
Diese bisher harmlosen und selbstverständlichen Themen bieten neuerdings allerdings eine Menge Zündstoff, denn es gibt europaweit einen ganz klar feministisch ausgerichteten Weg vonseiten der Politik und Wirtschaft, dem so genannten Gender Mainstreaming, den wir Menschen gehen sollen, der uns allerdings weit wegführt von den erwähnten Grundlagen einer Gesellschaft. Wer sich dagegen stellt, hat es künftig erheblich schwerer als vorher.
Es ist bekannt, dass Sie inzwischen einmal Prozeß gewonnen haben und doch am Ende in der wichtigsten Fragen der Kündigung „verloren“ haben? Wurde diese Entscheidung, Ihrer Meinung nach, bei dem Rechtsystem unseres Landes gesetzkonform oder nicht. Wenn nicht, dann: warum?
Eva Herman: Es ist nichts verloren. Ich bin in die Berufung gegangen, der nächste Gerichtstermin findet im Herbst statt.
Ein Monat nach Ihrer Kündigung wurden Sie im ZDF Kerner-Studio in Hamburg durch Ihren Gastgeber Johannes Baptist Kerner einem Verhör unterzogen, welches viele Bürger unseres Landes als „öffentliche Hinrichtung“ bezeichnen? Haben Sie damals auch so ein Gefühl gehabt?
Eva Herman: Nun, es war schon mehr als merkwürdig, was sich dort abspielte. Wenn man fast eine Stunde lang klar und deutlich sagt, dass die Unterstellungen nicht der Wahrheit entsprechen, die Anwesenden auf geheimnisvolle Weise jedoch allesamt auf diesem Ohr taub sind und gebetsmühlenartig ständig wiederholend ein Schuldeingeständnis einfordern, wird es einem dabei heiß und kalt. Es war der Horror.
War es für Sie eine Überraschung, dass Ihre Kollege Frau Tietjen, die mit Ihnen gemeinsam Herman & Tietjen Sendung mitgemacht, sich von Ihnen „distanziert“ hat? Ist das normal für eine freie Presse in einem Rechstaat?
Eva Herman: Ich weiß nicht, wie groß die Anstrengungen von Frau Tietjen gewesen sind, diesen Fall sowohl journalistisch als auch menschlich irgendwie zu bewerten oder gar zu untersuchen. Auf jeden Fall hat unsere Freundschaft ein trauriges Ende genommen.
Man weist inzwischen, dass grobe Attacken gegen Sie durch die Fälschung Ihrer Worte während der Pressekonferenz, auf welcher Sie Ihr Buch präsentierten, zustande gekommen sind. Würden Sie heute etwas „vorsichtiger“ mit Medien umgehen?
Eva Herman: Leider muss ich auf diese Frage mit “Ja” antworten. Ich musste lernen, dass man die Geschichte unseres Landes öffentlich besser nicht thematisieren sollte, ebenso auch nicht über die verhängnisvollen und zerstörerischen Folgen sprechen sollte, die aus diesem ideologischen Regime als furchtbare Folgen über uns gekommen sind. Einige junge Journalisten schrieben mir traurig, sie stellten nun fest, dass ihr Beruf Gefahren berge, von welchen sie bis zu dem “Fall Herman” noch nichts gewusst hatten.
Über 500.000 Bürger haben in allen möglichen Foren, Blogs und Bürgervereinen Ihre Bemühungen sehr positiv bewertet, ja, Sie sogar für Ihren Mut gelobt und am häufigsten festgestellt, dass Sie aus den Herzen und der Seele des Volkes sprechen. Halten Sie auch die Meinung vieler Bürger über die Kluft zwischen den Bürgern und Regierung für glaubwürdig?
Eva Herman: Es ist ganz offensichtlich, dass es in unserem Land eine öffentliche- und eine veröffentlichte Meinung gibt. Die Medienvertreter in Deutschland sind zwischen 60 und 70% kinderlos. Viele von ihnen sind nicht an Familienthemen interessiert, sondern sie glauben im Gegenteil, dass ihre eigenen derzeitigen Lebensentwürfe das “moderne Bild” der Gesellschaft widerspiegelte. Und genau das sie schreiben und berichten auch. Es scheint ihnen in der Vorstellung nicht zu gelingen, sich in die Situation von Müttern, Vätern und Kinder hineinzuversetzen, in der es um ein Miteinander und den so wichtigen Familienzusammenhalt geht, um Werte, Tradition, den Glauben, die geistige Weiterentwicklung, kurz, die Ehrfurcht vor dem Leben.
Frau Herman, während Ihrer langen Kariere als Journalistin und Buchautorin haben Sie gewiss viele Intellektuelle in Deutschland persönlich kennen gelernt. Wundert es Sie, daß viele davon kein Gutes Wort während einer abscheulichen Verleumdungskamapnie für Sie gesprochen?
Eva Herman: Nein, das wundert mich nicht. Man darf von denjenigen Menschen, die sich rudelartig in unserer Gesellschaft voranbewegen, auf keinen Fall zuviel erwarten.
Frau Herman, Sie haben sich etwas spöttisch bei Prof. Wippermann für seinen “Geschichtsunterricht“ bedankt. Später in einem Interview in „Deutschland Radio“ beklagte Wippermann sich über Tausende von Protest- und Schimpfbriefen von den Bürgern, die er nach seinem Auftritt bei Kerner damals bekommen hat. Wippermann behauptete, dass es in Deutschland eine „schweigende Mehrheit“ gibt, die ihm nach „sehr gefährlich“ ist. Was halten Sie, Frau Herman, von dieser „Schweigende Mehrheit“ in Deutschland?
Eva Herman: Die schweigende Mehrheit in Deutschland sind genau die Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, in einer TV- Sendung ihre Position öffentlich zu vertreten. Meine Erfahrung ist, dass zehntausende Menschen an die Fernsehanstalten NDR, ARD und ZDF schrieben, zahlreiche Protestbriefe waren es, in welchen sie klar zum Ausdruck brachten, dass sie mit der Vorgehensweise der Sender nicht einverstanden waren. Klar wirken diese Menschen auf Herrn Wippermann gefährlich, weil sie nicht seine ideologische Linie vertreten, und ihn auch nicht mit Samthandschuhen anfassen.
Sie haben auch während des Tribunals bei Kerner über den Verlust Ihres „Jobs“ geredet. Das war nur Ihre Replik auf Schreinemakers Behauptung, dass Sie sich als Opfer gefühlt. War doch Ihre Jahre im Fernsehen nur ein Job oder Berufung?
Eva Herman: Ich habe stets und immer sehr gerne meine Arbeit beim Radio und Fernsehen gemacht. Ob es allerdings einer Berufung entspricht, wenn man TV- Nachrichten spricht und Talkshows moderiert, würde ich eher bezweifeln.
Zum Schluß möchte ich gern von Ihnen erfahren, ob Ihre positive Einstellung der Kirche gegenüber Ihnen hilft, weiter für Ihre Meinung gerade zu stehen?
Eva Herman: Es ist mein Glaube, der mir entscheidend weiterhilft, der mich stützt und mir Kraft gibt, in einer Kirche bin ich nicht organisiert. Ich bin also nicht kirchengläubig, sondern gottesgläubig, oder besser: Ich bin fest von des Schöpfers ewiger Anwesenheit überzeugt. Es ist das Wissen, vor dem Schöpfer und für den Schöpfer das Richtige zu tun, und auch dann ganz fest zu stehen, wenn die Welt rundherum unterzugehen droht. Ich halte es in diesem Fall mit der Apostelgeschichte: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen”.
Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Worte und wünsche Ihnen Gottes Segen und vor allem bei guter Gesundheit blieben. Wenn Ihr Sohn eines Tages alles begreifen kann, er wird ganz bestimmt nicht über seine Mutter schämen. Das ist das besten Erlebnis eines Menschen in unserer Liebe-Hass Welt.
Hamburg/Frankfurt am Main, 2. September 2008
Jurij Below
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