“Freie Brandblogs sind nicht konform”
Das was da oben in der Überschrift steht, sagt Christoph Käse, Chefredakteur der Welt Online und selbst erfolgreicher Blogger. In einem Interview mit epd-Medien geht Käse noch einmal auf eine Geschichte ein, die dazu führte das Welt Debatte-Blogs zensiert in die redaktionellen Qualitätskontrollmechanismen eingebunden wurden. Alan Posener, ein Welt-Blogger, hatte damals gegen Kai Diekmann polemisiert und eins auf den Deckel bekommen. Gewehr bei Fuß reagierte Käse sofort auf des Führers Befehl und pflegte die “Brand-Blogs” in die gewohnte Hierarchie des Axel Springer Verlages ein. Der Verdacht journalistischer Freiheit sollte gar nicht erst aufkommen.
Nun, was hat Käse dazu zu sagen? Lassen wir es auf uns wirken:
Das Publikum kann erwarten, dass alles, was unter unserer Marke gesendet wird, unseren Maßstäben und Regeln entspricht. Sprich: Auch da muss es eine Qualitätskontrolle geben. Der Leser im Internet wählt nicht die erratische Meinung eines Redakteurs, sondern das Produkt eines Teams. Ein freier, unkontrollierter Brandblog wäre ein Oxymoron. Freie Blogs gerne! Aber freie Brandblogs unter der Marke „Welt“ sind nicht konform. Dort müssen die Regeln, die in unserem Stilbuch festgelegt sind, eingehalten werden.
Kein Kommentar.
28. August 2007 um 09:58
1) Scheiß-Witz
2) Dieses “Journalistische-Freiheit”-Gelaber kann ich nicht mehr hören. Es ist absolut gut und richtig, dass seriöse Medien auf ein redaktionelles Kontrollsystem vertrauen und nicht einfach jeden schreiben lassen was und wie er will. Nur so kann journalistische Qualität gesichert werden. Das Ärgernis ist also nicht, dass bei Welt.de jetzt die Blogs in das System integriert werden, sondern dass es dort überhaupt Blogs gibt. Wozu denn? Die sollen seriös recherchierte Artikel bringen, und wenn sie noch ne Meinung zu einem Thema äußern wollen, dann gibt es ja immer noch den guten alten Kommentar. Blogs sind eine gute Kommunikationsform für Einzelpersonen oder kleine Gruppen ohne große Ressourcen, und sie können interessierten Lesern Input zusätzlich zum Nachrichtenangebot der professionellen Anbieter bieten. Die Implementierung von Blogs in deren Angebot ist jedoch paradox und braucht kein Mensch.
29. August 2007 um 15:43
Welchen Witz meinst Du denn?