GEZ schlägt fies zu
Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) ist in Deutschland etwa so beliebt wie ein Furunkel am Arsch. Und das obwohl sie eigentlich für etwas Gutes stehen sollte: Medien- und Meinungsvielfalt. Sollte, wohlgemerkt. Und jetzt fängt das Furunkel auch noch an zu eitern:
Das Internetportal akademie.de wurde von der Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über die Rechtsabteilung der GEZ abgemahnt, wie das Portal heute selbst berichtet. Es geht um die Verwendung von Begriffen, wie etwa “GEZ-Gebühr” und vielen anderen, die angeblich nur dazu gedacht sein, “ein negatives Image der GEZ hervorzurufen”. Jede weitere Verwendung des Begriffs würde 5.100 Euro kosten.
Eine genaue Übersicht über die Begriffe findet sich auf dem Portal selbst oder auch auf Spiegel Online.
Überall ist man heute wegen der peinlichen und fiesen Aktion der GEZ verwundert und wütend:
Jens Scholz schreibt:
Zumindest spielt die GEZ hier ihrem miesen Image und dem Klischee als hinterfotzige Denunziantenpest voll in die Hand und man hat seiner vorgeblichen Intention, dagegen vorzugehen, daß jemand mit der “Nutzung nicht existenter Begriffe (…) ein negatives Image der GEZ hervorzurufen” imstande sei, einen Bärendienst erwiesen.
Thomas Knüwer schimpft:
Sie ist eine Peinlichket im Rahmen des deutschen Mediensystems, ein Schandfleck, über dessen weiträumige Neustrukturierung dringend nachgedacht werden muss.
off the record hat mal geschaut, wie oft im eigenen Haus bestimmte Begriffe verwendet werden:
Man hätte ja auch im eigenen Hause kehren können: ARD: 50 Treffer zu GEZ-Gebühr, ZDF: 3 Treffer. Und so weiter. Und nu?
Und das CIO-Weblog schaut über den Tellerrand:
Dieses saudumme Verhalten hat nicht nur den zu erwartenden “Blogstorm” hervorgerufen, sondern sogar die sonst eher etwas behäbigen Journalistenverbände zu einem Protest gegen die verordnete Sprachregelung veranlasst.
Ich glaube, die GEZ tut sich selbst und ihrem schlechten Image keinen Gefallen wenn sie mit solchen harten Maßnahmen Unschuldige abmahnt. Statt dessen werden die beanstandeten Wörter im Internet weiterverbreitet und der Hass auf die GEZ wächst.
24. August 2007 um 23:13
Meine Güte. Zahlen die die Abmahnungs-Aktion auch von meinen Gebühren?!
26. August 2007 um 18:51
Ab nächstem Jahr kommen ja endlich auch die PC-Gebühren, auf die sich schon jeder freut. Ich vermute mal, dass in den nächsten Tagen oder Wochen wieder ein GEZ-Gebührenfander vor der Tür steht um GEZ-Gebühren zu kassieren. Bei meinem Einzug habe ich jedoch eine GEZ-Anmeldung abgeschickt, denn ich wollte nicht zu den vielen GEZ-Fällen gehören oder gar ein GEZ-Verweigerer sein. Daraufhin habe ich ein GEZ-Brief bekommen wo die Anmeldung bestätigt wurde und mir ein GEZ-Antwortsbogen zugesandt wurde, den ich auch ausgefüllt habe und im Quartal meine GEZ-Gebühren bezahle und das obwohl ich keine öffentlich-rechtliche Sender schaue. Habt ihr schon mal überlegt, wenn man die GEZ-Gebühren spart könnte man sich jedes Jahr ein neuen Fernseher kaufen…
:) kleiner Spaß, aber das ist schon unteraller Sau was sich die GEZ da wieder geleistet hat…die Begriffe sind gebräuchlich, die benutzt jeder Deutsche…
26. August 2007 um 20:19
Wie wäre es mit einer kleinen Fernsehserie über den Alltag eines Beauftragten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zur Ermittlung der gesetzlichen Rundfunkgebührenpflicht in Haushalten und Betrieben der Bundesrepublik Deutschland im “Ersten”, “Zweiten” oder “Dritten”?
Das wird bestimmt Kult und den Titel kann man ja auch ähnlich wie bei “Gute Zeiten - schlechte Zeiten” oder “Deutschland sucht den Superstar” abkürzen: kFüdAeBdörRzEdgRiHuBdBD.
Immer noch zu lang? Dann eben “Der Rundfunkgebührenbeauftragte”.
Noch kürzer? “Der Gebührenbeauftragte”. Besser: “Der Beauftragte”.
Klingt nicht spannend genug. Also “Der Fahnder”. Gab es schon?
Ich hab’s: “Der GEZ-Fahnder”.
5. Oktober 2007 um 18:24
[…] kein Radio zur Hand hat (zum Beispiel aus Protest gegen den GEZ-Terror), hier der Link zum WDR5-Radiostream: WDR 5 (Windows Media Player, Win und […]