Der Bild-Leserreporter wird “1″
Ein Beitrag zum Themengebiet Gedrucktes, Netzwelten, geschrieben am 12. Juli 2007 von Thomas ArndtJuhuuuu, der Bild-Leserreporter hat heute Geburtstag! Vor einem Jahr erschien das erste Amateurfoto Deutschlands seriösester Tageszeitung. Eine Art Zeitung 2.0, mit nutzergenerierten Inhalten oder auch “looser generated content”, wie Hans-Ulrich Jörges von der Illustrierten stern (Bild im Zeitschriftenformat) sagen würde, die übrigens auch Leserreporter hat.
Ein Bild-Leserreporter, das ist jemand, der, wenn er einen Verkehrsunfall sieht, erstmal sein Fotohandy rausholt und eine MMS an die Bild-Redaktion schickt, bevor er Erste Hilfe leistet. Alle bundesweit veröffentlichten Fotos kann man sich hier anschauen.
In Europa waren übrigens die Skandinavier die ersten, die einen Leserreporter hatten, in Deutschland startete nicht Bild, sondern die Saarbrücker Zeitung (Holtzbrinck) damit, Fotos von Lesern zu veröffentlichen. Deren Chefredakteur Peter Stefan Herbst distanzierte sich später von der Bild-Zeitung: “Wir haben auf vernünftige verantwortungsvolle Weise den Leserreporter eingeführt, und durch ‘Bild’ ist der vorher positiv besetzte Begriff ins Negative verkehrt worden”. (wikipedia)
Bild und Stern haben die Idee dann schnell übernommen, zahlen im Gegensatz zur Saarbrücker Zeitung auch Geld für die Fotos ihrer Leser. Bundesweit und regional habe BILD bisher 3894 Leserreporter-Fotos gedruckt. Das teilt der Axel-Springer-Verlag heute mit. Und Bild-Chef Kai Diekmann freut sich: “Die BILD-Leserreporter sind eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Als Quellen, Informanten und Zeitzeugen sind sie unverzichtbarer Bestandteil unserer redaktionellen Arbeit.” Nicht zu vergessen ist in dem Zusammenhang auch die Aktion des Bildblogs, das dazu aufrief, Kai Diekmann zu fotografieren.
Ich sage dann mal Herzlichen Glückwunsch zu ersten Geburtstag und freue mich schon auf das kommende Jahr mit den coolsten Unfällen, nacktesten Promis, blutigsten Verletzungen und süßesten Tieren - dem einzig wahren “looser generated content”.
Nachtrag 13.07.: Eine Interessante Anmerkung hat Thomas Mrazek von onlinejournalismus.de: “Dass indes die Springer-Rechtsabteilung über “sehr viel neue Problemfälle” durch die Leserreporter stöhnt, wie uns ein Springer-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht genannt haben will, mitteilte, wollte Pressesprecher Tobias Fröhlich nicht bestätigen […].”





