“Freie Brandblogs sind nicht konform”

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 23. August 2007 von Thomas Arndt

Das was da oben in der Überschrift steht, sagt Christoph Käse, Chefredakteur der Welt Online und selbst erfolgreicher Blogger. In einem Interview mit epd-Medien geht Käse noch einmal auf eine Geschichte ein, die dazu führte das Welt Debatte-Blogs zensiert in die redaktionellen Qualitätskontrollmechanismen eingebunden wurden. Alan Posener, ein Welt-Blogger, hatte damals gegen Kai Diekmann polemisiert und eins auf den Deckel bekommen. Gewehr bei Fuß reagierte Käse sofort auf des Führers Befehl und pflegte die “Brand-Blogs” in die gewohnte Hierarchie des Axel Springer Verlages ein. Der Verdacht journalistischer Freiheit sollte gar nicht erst aufkommen.

Nun, was hat Käse dazu zu sagen? Lassen wir es auf uns wirken:

Das Publikum kann erwarten, dass alles, was unter unserer Marke gesendet wird, unseren Maßstäben und Regeln entspricht. Sprich: Auch da muss es eine Qualitätskontrolle geben. Der Leser im Internet wählt nicht die erratische Meinung eines Redakteurs, sondern das Produkt eines Teams. Ein freier, unkontrollierter Brandblog wäre ein Oxymoron. Freie Blogs gerne! Aber freie Brandblogs unter der Marke „Welt“ sind nicht konform. Dort müssen die Regeln, die in unserem Stilbuch festgelegt sind, eingehalten werden.

Kein Kommentar.

Im Newsroom

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedrucktes, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 10. Juli 2007 von Thomas Arndt

Im Newsroom, so hieß ein kurzlebiges Blog auf Welt-Debatte von Christoph Keese, Chefredakteur der Welt am Sonntag und von Welt Online. Auf diesem Blog wollte Keese über die Arbeits des “Balkens” berichten, einem langen Tisch, an dem alle Chefredakteure, stellvertretenden Chefredakteure, Blattmacher und Redaktionsleiter der Welt-Gruppe sitzen und bestimmen, was in den Print- und Online-Produkten der Welt steht.

Keese hat sein Blog inzwischen wieder aufgegeben, spannende Einblicke gibt es leider von ihm also nicht. Ein unbekannter Blogger namens Norman E. Mailer hat jetzt allerdings eine sehr schöne Bildbetrachtung über diese Aufnahme aus dem Newsroom der Welt geschrieben, die sehr lesenswert ist und für grandiose Lacher sorgt.

Der Axel Springer Verlag kündigte die Eröffnung von Deutschlands größtem integrierten Newsroom zum 17. November 2006 an. Das Foto allerdings stammt laut Norman E. Mailer vom Frühjahr 2006 aus dem Spiegel. Warum das so ist, weiß ich nicht (könnte man natürlich recherchieren, ich hoffe aber auf die Kommentare). - Nachtrag 20:15 Uhr: das Foto stammt offensichtlich aus dem Frühjahr 2007, (Spiegel 23/2007); mehr dazu bei Niggemeier in den Comments (siehe unten).

Auch ist mir nicht klar, ob es sich beim Newsroom/Balken “nur” um eine Redaktions-Konferenz handelt, oder die leitenden Welt-Redakteure ihr gesamtes Tagwerk derart beengt verrichten müssen.

[via Stefan Niggemeier]

Christoph Keese
- der schweigende Blogger?

Ein Beitrag zum Themengebiet Politikum, Blogosphäre, geschrieben am 15. Mai 2007 von Thomas Arndt

keese

Christoph Keese, Chefredakteur der Welt am Sonntag und von Welt Online, hat ja auch ein eigenes Blog auf Welt Debatte (Screenshot: Thomas Arndt, 15.05.07). Dort berichtet er vom Balken, einem großen Tisch, an dem Redaktionskonferenzen stattfinden.

In seinem ersten Blogbeitrag schreibt Keese über den Balken und sein Blog:

Hier wird entschieden, was bei Welt Online erscheint, womit die Tageszeitungen “Welt”, “Welt Kompakt” und “Berliner Morgenpost” aufmachen und was in der “Welt am Sonntag” steht. Was geht an diesem Balken vor sich? Warum wird ein Thema Aufmacher und ein anderes nicht? Welche Argumente bewegen die Redaktion bei ihren Entscheidungen? Davon handelt dieser Blog.

Ich finde, die Dikussion um Welt Debatte, das Löschen von Alan Poseners Beitrag und die Entscheidung alle Blogs von Redakteuren künftig gegenzulesen, das wäre in diesem Sinne doch mal ein gutes Thema für einen Blog-Eintrag. Oder?