Bruce Darnell nicht zu DSDS

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 15. Oktober 2007 von Thomas Arndt

Nachdem Bruce Darnell bei Heidi Klums Top-Model Show rausgeflogen war, hatte es Spekulationen gegeben, ob der Model-Coach eventuell 2008 in der Jury von Deutschland sucht den Superstar (DSDS) sitzen würde.

Das wurde jetzt dementiert. Die Jury sei mit Diether Bohlen, Anja Lukaseder und dem neuen Gesicht Andreas Läsker bereits komplett hieß es. Dabei hatte sich Dieter Bohlen am Wochenende noch dafür ausgesprochen, dass der durchgeknallte Darnell in die DSDS-Jury geholt werden könnte. Besonders wegen der Choreografie sei das sinnvoll, hatte er gesagt.

Superstar-Rebel Max bei ProSieben

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 30. Juli 2007 von Thomas Arndt

Was wurde eigentlich aus Max Buskohl, dem DSDS-Rebellen den Stefan Raab dummerweise mit den Gefangenen der RAF verglich? Dieser Max Buskohl startet jetzt seine eigene Musikkariere.

“Ich bin raus, weil ich dort keine Perspektiven für mich gesehen habe. Ich will gerne meine eigene Songs machen - und dafür ist DSDS einfach nicht das richtige Format,” erinnert sich Max nach einer Presemitteilung von ProSieben an sein Auscheiden bei DSDS vor zwei Monaten.

Bei der Solo-Karierre mit seiner Band “Empty Trash” wird Max von seinem Vater Carlton unterstützt. “Jetzt müssen Max und seine Band ‘Empty Trash’ von einem Niveau abgeholt werden, auf das sich andere jahrelang vorbreiten konnten”, sagt der 52-jährige Gitarist.

ProSieben begleitet Max auf den Weg ins Musikerleber - vom Song-Writing in Dublin, der Heimat seines Vaters, bis hin zum ersten großen Open-Auftritt. Das Promi Spezial von “We are Family” läuft am Dienstag, 31. Juli 2007, um 21.15 Uhr auf ProSieben.

Drei Kurze (1)

Ein Beitrag zum Themengebiet Drei Kurze, geschrieben am 21. Juni 2007 von Thomas Arndt

Die Diskussion um den Grimme Online-Award beschäftigt Kritiker, Intellektuelle und Preisträger bis über die gestrige Preisverleihung hinaus. So beschäftigt sich Stefan Niggemeier nochmal ausführlich mit den Pannen rund um den Preis, bevor er dann doch nach Köln fährt um ihn entgegen zunehmen. Thomas Knüwer bemängelt, dass das tolle Blog-Projekt “Nach 100 Jahren möchte ich gelesen werden” bei all den Diskussionen untergeht. Mario Sixtus enthält sich gewohnt professionell. Alle Preisträger findet man hier.

Die Castings zur fünften DSDS-Staffel finden bereits ab August diesen Jahres zunächst auf Ibiza und Mallorca statt. Das berichtet der TVBlogger. Ab Herbst soll dann auch wieder in deutschen Städten gecastet werden. Außer Dieter Bohlen sind noch keine weiteren Jury-Mitglieder bekannt.

Christoph Keese, Chefredakteur von Welt Online, hat sein Weblog “Am Balken hoch über Berlin” aufgegeben. Nach den ersten (drei?) Einträgen war es ja ohnehin still geworden auf diesem Blogversuch. Was man dazu wissen sollte (wenn man es nicht ohnehin tut), steht hier. (via turi2). Keese hat seiner Glaubwürdidkeit als Online-Chef mit dieser peinlichen Vorstellung sicher keinen großen Dienst erwiesen.

Nach DSDS 4: Das Interessanteste aus den Abstimmungsergebnissen

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 7. Mai 2007 von Thomas Arndt

Am heutigen Morgen hat RTL die Abstimmungsergebnisse der vergangenen Staffel von Deutschland sucht den Superstar veröffentlich, wie heute vielerorts zu lesen war.

Ich habe mal die aus meiner Sicht drei interessantesten Fakten zusammengefasst:

  • In allen Shows, an denen Mark Medlock, Sieger der Superstar-Staffel, teilgenommen hat, bekam er die meisten Stimmen der Anrufer.
  • Zweiter Sieger, der blauäugige Martin Stosch, begeisterte lediglich maximal jeden fünften Anrufer, mitunter sogar weit unter 10 Prozent der Anrufer.
  • Der wohl unbeliebteste Superstar-Kandidat war der nachgerückte schmierige Tristan Iser, der in der zweiten Top 20-Show der Männer gerade mal 0,92 Prozent der abgegebenen Stimmen bekam.

Schade eigentlich, dass RTL nicht die absoluten Anruferzahlen veröffentlicht. Dann könnte man sich schön ausrechnen, wieviel RTL jetzt schon etwa mit Mark Medlock verdient hat. Vermutlich wird es bereits nach ein, zwei oder drei Shows mehr gewesen sein, als die 150.000 Euro, die Medlock nun angeblich für seine erste (und wahrscheinlich auch einzige) Single “Now or never” bekommt.

DSDS 4: Menderes war noch das Beste

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 6. Mai 2007 von Thomas Arndt

Ich kann mich noch gut an die zweite Staffel DSDS erinnern. Das war so Anfang 2004 irgendwie. Und ich fand Anke Wagner aus Trier toll. Ich hab sogar ungefragt ein Autogramm von ihr bekommen, weil ich mich auf ihrer Fansite engagiert hatte. Keine Ahnung, was Anke Wagner jetzt macht. Nachdem sie recht früh ausgeschieden war, hatte sich die Sache für mich erledigt.

Es hat bis zu dieser vierten Staffel im Jahr 2007 gedauert, dass ich wieder Lust hatte DSDS zu schauen. Zumindest ein bisschen. Zumindest bis etwa zur Hälfte (und Samstag das Ende halt). Und wenn ich jetzt sage, mein persönliches Highlight war Menderes, dann spricht das sicherlich Bände.

Von einer Casting-Show kann man im Prinzip folgende drei Punkte erwarten, um sich dabei an einem Samstag Abend gut unterhalten zu können:

1. Gute Musik: Teilnehmer, die sowohl gut singen, als auch die ausgewählten Songs spannend interpretieren können.

2. Emotionen und Charaktere. Man lernt die Kandidaten kennen und mögen, sie werden einem symphatisch, man sieht wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten, jeder hat eine Geschichte zu erzählen.

3. Es gibt kuriose Gestalten, auf die man sich freut.

DSDS hatte von all dem leider nichts, bis auf - wie gesagt - Menderes (Punkt 3), aber der war (zum Glück) kein offizieller Kandidat.

Gut, ein paar von ihnen, die konnten singen (Punkt 1), etwa Francisca Urio, aber die sind aufgrund des Wertungsmodus schnell ausgeschieden. Ein ganz großes Problem von DSDS, leider lassen (angeblich) die Regeln der Pop Idol-Lizens aber nichts anderes zu, als das Tele-Voting.

Gut, es wurden ein paar Geschichten erzählt (Punkt 2), etwa darüber, wie Lisa Bund fluchen kann, oder das Mark Medlock von seinem schwulen Lebenspartner verprügelt wurde. Naja, wollen wir das wirklich wissen?

DSDS hat in der vierten Staffel bewiesen, dass es komplett auf das Telefon-Voting und seine Einnahmen reduziert ist, wie etwa auch Stefan Niggemeier in der letzten Nacht in seinem Blogeintrag nahelegt.

Viel Glück Mark Medlock: Du kannst es gebrauchen!

Krass: Superstar voten bei kress

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Mattscheibe, Medienrauschen, geschrieben am 2. Mai 2007 von Thomas Arndt

Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass Deutschland sucht den Superstar offensichtlich nicht nur ein Thema bestimmter Medien und Blogs ist. Jetzt sehe ich, dass man sogar auf der Startseite von kress.de für die beiden verbliebenen Kandidaten abstimmen kann. Und das ist das (zwischenzeitliche) Ergebnis:

kress

Dann bin ich ja mal gespannt, ob das Voting der kress-Besucher (also wahrscheinlich jenen, die was mit Medien zu tun haben) mit dem tatsächlichem Ausgang der Casting-Show übereinstimmt.

RTL und das Schicksal der Talente

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 29. April 2007 von Thomas Arndt

DSDS ist mal wieder das Thema des Wochenendes bei den Medienbloggern. “Ausgerechnet Lisa Bund darf ihre Koffer packen und muss nun die Heimreise antreten”, beschwert sich Michael Pliet von TVBlogger in seinem heutigen Eintrag, der unter der Überschrift “DSDS - In der Hand von doofen Kindern” steht. Im Grunde geht es um das alte Thema, dass Teenager “ihre Handies quälen” (wie Juror Dieter Bohlen sagte) und damit, die aus musikalischer Sicht oft schlechteren Kandidaten weiterlassen, solche wie Martin Stosch etwa.

Zugegeben mir gings genauso, und zwar als Francisca Urio ausgeschieden ist. Deswegen hatte ich damals auch eine Mail an RTL geschrieben, ob denn das Zuschauervoting unbedingt die einzige Entscheidungsgrundlage sein muss. Die Antwort darauf war erwartungsgemäß und sie könnte ebenso für Lisa Bund gelten:

Wir verstehen Ihre Überraschung über das Ausscheiden von Francisca Urio.

Die Abstimmungsregeln von ‘Deutschland sucht den Superstar’ sehen vor, dass der Kandidat mit den wenigsten Anrufen ausscheiden muss. Diesmal hat es demnach Francisca getroffen.

Das Konzept von ‘Deutschland sucht den Superstart’ basiert auf dem englischen Original ‘Pop Idol’, deshalb sind die Regeln des Votings festgelegt. Sie können nicht von RTL geändert werden. Überraschungen im Votingverhalten der Zuschauer gehören seit der ersten Staffel dazu.

Damit keiner Vorwürfe gegen RTL erheben kann, lassen wir uns überprüfen: Ein unabhängiger Notar überwacht das gesamte Abstimmungsverfahren. Somit ist sichergestellt, dass jede einzelne Stimme ordnungsgemäß gezählt wird.

Die genauen Abstimmungsergebnisse werden aus Fairnessgründen nach der Finalsendung veröffentlicht.

RTL ist nicht bereit und darf es offensichtlich auch nicht, Veränderungen am Abstimmungsmodus bei DSDS vorzunehmen. Ebensowenig werden sie, wie bereits hier geschrieben, sich auf einen Deal mit Stefan Raab in Sachen Max Buskohl einlassen. Die Regeln und die Logik von DSDS sind offensichtlich ein unabänderliches Schicksal für talentiertere Kandidaten.

DSDS-Chaos: Und alle machen mit

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 27. April 2007 von Thomas Arndt

Das Thema Deutschland sucht den Superstar (Dsds) bestimmt trotz sinkender Quoten seit Wochen die Medien. Das mehr oder weniger freiwillige Ausscheiden des Kandidaten Max Buskohl hat den Hype nun noch einmal ein Stück verstärkt. Nicht zuletzt, weil ProSieben-Entertainer Stefan Raab, so wie gestern (siehe Bild-Zitat der Bild.de-Schlagzeile) schwere Geschütze auffährt, um, selbst von schlechten Quoten geplagt, Gewinn aus der Sache zu ziehen.
Raab will den gechassten Superstar in seiner Show haben - und im Gegensatz zu RTL, dürfte Buskohl auch mit seiner Band Empty Trash auftreten. Gestern Abend verglich Raab das Auftrittsverbot für Max bei zum Beispiel TV Total mit der Geiselhaft, in der sich 1977 der später ermordete Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer bei der Roten Armee Fraktion (Raf) befand:

Tatsächlich sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie etwa die Bild-Zeitung, die dererlei inszenierten Skandalen viel Raum in ihren Medien bieten. So schreibt die Sueddeutsche am Mittwoch ausführlich darüber, das bei DSDS junge Sänger verheizt werden, und Michael Hanfeld von Faz.net empört sich über Raabs geschmacklosen Raf-Vergleich. Google News findet 387 Artikel zu Max Buskohl und Dsds. Zum Thema Irak-Abzug der USA sind es übrigens knapp 200.
Sollte Stefan Raab sein Drohung wahr machen, und am Samstag das Halbfinale von Dsds mit einer Demonstration stürmen, dann könnte am Ende RTL und Raab zusammen die Gewinner sein: weil das bedeutend interessanter ist als der Gesangswettbewerb und Telefonvotings. Wahrscheinlicher aber ist, dass RTL Raab die kalte Schulter zeigt. Sowohl RTL, als auch Plattenlabel BMG finden Künstlerklau mit Sicherheit weniger lustig, als die Zuschauer von TV Total.
Viel interessanter ist aber eigentlich die Frage: Ist das alles noch geplant und inszeniert? Skandale schließlich sind seit jeher Teil des Pop-Idol-Formats. Oder sind die RTL-Strategen selbst von der Situation und der Medien-Resonanz überrascht?