Das haben die Medienwächter der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) ja geschickt eingefädelt: Nachdem Aufsehen erregenden 48-Stunden-Ultimatum an 9Live (wie berichtet) heißt die aktuelle Mitteilung der BLM in die Umgangssprache übersetzt, etwa folgendes:
“Wie ihr alle wisst, können wir gegen die “Betrügereien” bei 9Live auch nichts machen. Aber hey liebe Politiker, gebt uns einfach mehr Macht, dann kümmern wir uns bestimmt mal drum.”
Im Klartext will die BLM folgendes:
Weiterentwicklung der Regeln
mehr aufsichtsrechtliche Befugnisse für sich selbst
Aufnahme von Verstößen in die Bußgeldtatbestände
Ich mache mal einen Gegenvorschlag: Wie wäre es stattdessen mit einer (statt 14) zentralen Aufsichtsbehörde für die privaten Rundfunkveranstalter. Mit den entsprechenden Rechten ausgestattet könnte diese Institution dann auch gegen eventuelle Betrügereien bei 9Live vorgehen.
Bemerkenswert ist auch folgender Teil der BLM-Mitteilung:
muss die Landeszentrale davon ausgehen, dass der Redakteur die Entscheidung über die Aktivierung des Zufallsmechanismus eigenverantwortlich getroffen hat und insoweit kein Verstoß gegen die Gewinnspielrichtlinien vorliegt.
Der Hot-Button ist in dem beanstandeten Video mit Alida Lauenstein ja bereits aktiv. Was genau soll also die “eigenverantwortliche Aktivierung des Zufallsmechanismus sein”? Der Zufall wird durch Zufall bestimmt und nicht durch eine Moderatorin und auch nicht durch einen Redakteur.
Und diese Medienwächter, die offensichtlich ihre eigenen Richtlinien nicht verstanden haben, fordern auch noch mehr Befugnisse? Lieber nicht meine Herren.