Die Medien sind im Klimafieber. Nachdem zeitnah zum G8-Gipfel bei Spiegel, Cicero und RTL noch über den Klimaschwindel siniert wurde, wird das Klima jetzt zum popkulturellen Highlight der Massenmedien.
Die Sender der ProSiebenSat.1 Media AG freuen sich jedenfalls über gute Quoten am vergangenen Wochenende. Die Berichte über die Live-Earth-Konzerte im Vorabendprogramm lockte bei ProSieben 18,7 Prozent der 14- bis 29-jährigen Zuschauern vor die Mattscheibe. Al Gores Film “Eine unbequeme Wahrheit” schaffte es dann immerhin noch auf 13,5 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Auch beim Galileo-Spezial zur “Klima-Falle Deutschland” oder der weiteren Berichterstattung über Live-Earth konnten sich die Quoten in diesem Rahmen halten.
Mit 3,8 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte der Sender N24 den höchsten Tagesmarktanteil seiner Geschichte. N24 übertrug als einziger Sender am Wochenende alle Live-Earth-Konzerte. Bis zu 7,2 Millionen Zuschauer ab drei Jahren haben in der Spitze bei N24 zugeschaut.
Bei dem Ansturm und Interesse der Zuschauer beim Klimawandel ebenso wie beim Thema Klimaschwindel kann festgestellt werden, dass das Thema Klima nicht nur quotenträchtig, sondern auch kultig zu sein scheint. Wer sich heute nicht wenigstens ein paar Gedanken über das Klima macht, bevor er volltankt, scheint absolut nicht in zu sein. Eine Gegenöffentlichkeit, wie sie sich der Autor und Aktivist John Stauber wünscht, scheint jedenfalls nicht notwendig zu sein.
Der Klimawandel ist im Bewusstsein der Menschen schon längst angekommen, und es ist chic und cool sich darüber sorgen zu machen. Kein Wunder: es ist ein typisch westliches Thema, gepusht von Nicht-Regierungsorganisationen, die sich dem Lieblingsthema ihrer mehrheitlich westlichen Beitrags- und Spendenzahler annehmen. Und jetzt haben auch die Massenmedien und die Musikindustrie das Thema als profitabel entdeckt. Ob deswegen wirklich jemand C02 spart, ist eine andere Frage. Viel beunruhigender ist die Schieflage zwischen der Thematisierung der Probleme auf der Welt, die im Interesse der Entwicklungsländer wären (Hunger, Patente für Medikamente, Welthandel usw.) und den In-Themen des nördlichen Globus.
PS: In diesem Zusammenhang auch interessant: n-tv.de lässt sich ein Energie-Spezial von einem Energieversorger bezahlen: Mit peinlichem Ergebnis.
Nachtrag 10.07.: Der Meinung des popkulturjunkies über “Eine unbequeme Wahrheit” kann ich nur zustimmen.