Raab als guter Verlierer

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 16. September 2007 von Thomas Arndt

Nach einem langen Abend, der erstmals mit einem Stechen in einem 16. Spiel gegen den Raab-Herausforderer endete, stand Stefan Raab bei Schlag den Raab als als Verlierer fest. Und auch bei den Einschaltquoten in der Zielgruppe musste sich Raab geschlagen geben, sie waren niedriger als bei der letzten Ausgabe. 2,54 Millionen Zuschauer schauten in der Zielgruppe zu, das ist ein Marktanteil von 24,6 Prozent. Damit liegt Raab auch hinter der RTL-Show “6! Setzen” zurück, die auf 26,2 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe kam. Relativ gesehen ist Stefan Raab damit aber in allen Fällen ein recht guter Verlierer.

[via tvblogger]

Survivor: eine ganz normale Reality-Show

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, Blogosphäre, geschrieben am 15. August 2007 von Thomas Arndt

Die TV-Junkies und -Kritiker in der Blogosphäre beschäftigt im Sommerloch jetzt die neue ProSieben-Show “Survivor”. Die lief gestern zum ersten Mal. Es geht um zwei Teams auf einer einsamen Insel, die 30 Tage überleben sollen und regelmäßig in Wettkämpfen gegeneinander antreten.

Das Fernsehlexikon-Blog fasst es so zusammen:

Jedenfalls: Survivor. Ja, halt so ‘ne Sendung mit Kandidaten, Wasser, Aufgaben, Anstrengung, Schweiß, ein paar unterhaltsamen Momenten, viel langatmigem Rumgelaber und abwegigen, völlig an den Haaren herbeigezogenen Situationen. Eine ganz normale Realityshow eben.

Und wie ist es nun?

Popkulturjunkie Jens Schröder meint:

Ich bin wirklich relativ begeistert von der ersten “Survivor”-Episode. ProSieben und Tresor haben ihr Möglichstes getan, um sich von Trashformaten abzusetzen und hochwertiges Realityfernsehen zu zeigen. Wenn nun noch die Kandidaten für interessante Geschichten sorgen, dürfte die erste Staffel ein fester Anker in der Dienstagabendplanung werden.

Medienpirat Peer Schader ist nicht so begeistert:

Das hat mich gestern Abend aber nicht davon abgehalten, leicht angeödet auf dem Sofa zu klemmen, weil “Survivor” leider auch ziemlich vorhersehbar ist und auf 65 Minuten (inklusive Werbepausen) ausgedehnt ziemlich wenig zu bieten hatte […]

Mir persönlich ist die Show zu kurz und über einen zu langen Zeitraum verteilt. ProSieben hätte die Sendung lieber jeden Tag von Montags bis Donnerstags bringen sollen und Finale vielleicht live oder so. So wie beim Dschungelcamp auf RTL eben. Da hätte man den ganzen Sommer über bestimmt ne gute Quote bekommen.

Die Simpsons zur Prime Time

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 31. Juli 2007 von Thomas Arndt

Die Simpsons

Programm-Chaos bei ProSieben. Wenn jedoch alles schlecht läuft, hat der Sender immernoch Die Simpsons. Weil “4400 Die Rückkehrer” miserable Quoten bringt, kippt der Sender die Mysterie-Serie kurzerhand aus dem Programm. Wie TVBlogger berichtet, erreichte die Serie in der Zielgruppe nur einen Marktanteil von 6,5 Prozent und 0,73 Millionen Zuschauer.

Statt dessen laufen ab kommenden Monatg drei Wochen lang Die Simpsons zur Prime Time, also Montags 20:15 Uhr in einer Doppelfolge. ProSieben wird alle Folgen zeigen, in denen Prominente auftreten, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu gehören unter anderem die Musikband U2, der amerikanische Präsident George Bush und der Physiker Stephen Hawking.

Was jedoch dann ab 17. August folgt klingt eher nach Langeweile:

20.15 Uhr: “Die ProSieben Märchenstunde”
21.15 Uhr: “Extreme Activity”
22.15 Uhr: “Krügers Woche”
22.45 Uhr: “Olm unterwegs”
23.15 Uhr: “TV total”

Und wieder eine amerikanische TV-Serie, die sich in Deutschland nicht durchsetzen konnte. Auch Prison Break hatte auf RTL nur mäßigen Erfolg. Ob das gute Vorzeichen für den Start für Heroes im Herbst bei RTL II sind? Auch dort geht es schließlich um Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Foto: Arndt

Superstar-Rebel Max bei ProSieben

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 30. Juli 2007 von Thomas Arndt

Was wurde eigentlich aus Max Buskohl, dem DSDS-Rebellen den Stefan Raab dummerweise mit den Gefangenen der RAF verglich? Dieser Max Buskohl startet jetzt seine eigene Musikkariere.

“Ich bin raus, weil ich dort keine Perspektiven für mich gesehen habe. Ich will gerne meine eigene Songs machen - und dafür ist DSDS einfach nicht das richtige Format,” erinnert sich Max nach einer Presemitteilung von ProSieben an sein Auscheiden bei DSDS vor zwei Monaten.

Bei der Solo-Karierre mit seiner Band “Empty Trash” wird Max von seinem Vater Carlton unterstützt. “Jetzt müssen Max und seine Band ‘Empty Trash’ von einem Niveau abgeholt werden, auf das sich andere jahrelang vorbreiten konnten”, sagt der 52-jährige Gitarist.

ProSieben begleitet Max auf den Weg ins Musikerleber - vom Song-Writing in Dublin, der Heimat seines Vaters, bis hin zum ersten großen Open-Auftritt. Das Promi Spezial von “We are Family” läuft am Dienstag, 31. Juli 2007, um 21.15 Uhr auf ProSieben.

Klimawandel als Popkultur

Ein Beitrag zum Themengebiet Blogosphäre, geschrieben am 9. Juli 2007 von Thomas Arndt

Die Medien sind im Klimafieber. Nachdem zeitnah zum G8-Gipfel bei Spiegel, Cicero und RTL noch über den Klimaschwindel siniert wurde, wird das Klima jetzt zum popkulturellen Highlight der Massenmedien.

Die Sender der ProSiebenSat.1 Media AG freuen sich jedenfalls über gute Quoten am vergangenen Wochenende. Die Berichte über die Live-Earth-Konzerte im Vorabendprogramm lockte bei ProSieben 18,7 Prozent der 14- bis 29-jährigen Zuschauern vor die Mattscheibe. Al Gores Film “Eine unbequeme Wahrheit” schaffte es dann immerhin noch auf 13,5 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Auch beim Galileo-Spezial zur “Klima-Falle Deutschland” oder der weiteren Berichterstattung über Live-Earth konnten sich die Quoten in diesem Rahmen halten.

Mit 3,8 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte der Sender N24 den höchsten Tagesmarktanteil seiner Geschichte. N24 übertrug als einziger Sender am Wochenende alle Live-Earth-Konzerte. Bis zu 7,2 Millionen Zuschauer ab drei Jahren haben in der Spitze bei N24 zugeschaut.

Bei dem Ansturm und Interesse der Zuschauer beim Klimawandel ebenso wie beim Thema Klimaschwindel kann festgestellt werden, dass das Thema Klima nicht nur quotenträchtig, sondern auch kultig zu sein scheint. Wer sich heute nicht wenigstens ein paar Gedanken über das Klima macht, bevor er volltankt, scheint absolut nicht in zu sein. Eine Gegenöffentlichkeit, wie sie sich der Autor und Aktivist John Stauber wünscht, scheint jedenfalls nicht notwendig zu sein.

Der Klimawandel ist im Bewusstsein der Menschen schon längst angekommen, und es ist chic und cool sich darüber sorgen zu machen. Kein Wunder: es ist ein typisch westliches Thema, gepusht von Nicht-Regierungsorganisationen, die sich dem Lieblingsthema ihrer mehrheitlich westlichen Beitrags- und Spendenzahler annehmen. Und jetzt haben auch die Massenmedien und die Musikindustrie das Thema als profitabel entdeckt. Ob deswegen wirklich jemand C02 spart, ist eine andere Frage. Viel beunruhigender ist die Schieflage zwischen der Thematisierung der Probleme auf der Welt, die im Interesse der Entwicklungsländer wären (Hunger, Patente für Medikamente, Welthandel usw.) und den In-Themen des nördlichen Globus.

PS: In diesem Zusammenhang auch interessant: n-tv.de lässt sich ein Energie-Spezial von einem Energieversorger bezahlen: Mit peinlichem Ergebnis.

Nachtrag 10.07.: Der Meinung des popkulturjunkies über “Eine unbequeme Wahrheit” kann ich nur zustimmen.

DSDS-Chaos: Und alle machen mit

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 27. April 2007 von Thomas Arndt

Das Thema Deutschland sucht den Superstar (Dsds) bestimmt trotz sinkender Quoten seit Wochen die Medien. Das mehr oder weniger freiwillige Ausscheiden des Kandidaten Max Buskohl hat den Hype nun noch einmal ein Stück verstärkt. Nicht zuletzt, weil ProSieben-Entertainer Stefan Raab, so wie gestern (siehe Bild-Zitat der Bild.de-Schlagzeile) schwere Geschütze auffährt, um, selbst von schlechten Quoten geplagt, Gewinn aus der Sache zu ziehen.
Raab will den gechassten Superstar in seiner Show haben - und im Gegensatz zu RTL, dürfte Buskohl auch mit seiner Band Empty Trash auftreten. Gestern Abend verglich Raab das Auftrittsverbot für Max bei zum Beispiel TV Total mit der Geiselhaft, in der sich 1977 der später ermordete Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer bei der Roten Armee Fraktion (Raf) befand:

Tatsächlich sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie etwa die Bild-Zeitung, die dererlei inszenierten Skandalen viel Raum in ihren Medien bieten. So schreibt die Sueddeutsche am Mittwoch ausführlich darüber, das bei DSDS junge Sänger verheizt werden, und Michael Hanfeld von Faz.net empört sich über Raabs geschmacklosen Raf-Vergleich. Google News findet 387 Artikel zu Max Buskohl und Dsds. Zum Thema Irak-Abzug der USA sind es übrigens knapp 200.
Sollte Stefan Raab sein Drohung wahr machen, und am Samstag das Halbfinale von Dsds mit einer Demonstration stürmen, dann könnte am Ende RTL und Raab zusammen die Gewinner sein: weil das bedeutend interessanter ist als der Gesangswettbewerb und Telefonvotings. Wahrscheinlicher aber ist, dass RTL Raab die kalte Schulter zeigt. Sowohl RTL, als auch Plattenlabel BMG finden Künstlerklau mit Sicherheit weniger lustig, als die Zuschauer von TV Total.
Viel interessanter ist aber eigentlich die Frage: Ist das alles noch geplant und inszeniert? Skandale schließlich sind seit jeher Teil des Pop-Idol-Formats. Oder sind die RTL-Strategen selbst von der Situation und der Medien-Resonanz überrascht?