Thomas Kausch geht zu arte

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 24. August 2007 von Thomas Arndt

Thomas Kausch war bislang Moderator bei Sat.1. Doch der Sender hat sich entschieden, bestimmte informative Programmformate einzustellen,, bleibt aber trotzdem Vollprogramm.

Trotz dieser Entwicklungen hat sich Kausch nun offenbar entschieden den Sender zu wechseln. In Zukunft wird Kausch beim öffentlich-rechtlichen TV-Sender arte zu sehen sein. Wie FAZ.net jetzt berichtet, wird Kausch dort die Themenabende moderieren.

„Die Idee der Themenabende am Dienstag, sich ausführlich mit Fragen des aktuellen Zeitgeschehens aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zu befassen, hat mich schon immer fasziniert, weshalb ich mich sehr über diese neue Herausforderung freue“, sagte Thomas Kausch der Zeitung.

Ich glaube, vom Spartensender Sat.1 zu einem öffentlich-rechtlichen Programm zu wechseln ist ein ziemlicher Karrieresprung. Alles Schlimme hat doch immer etwas Gutes, zumindest für Kausch in diesem Fall.

Sat.1 weiterhin Vollprogramm

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 22. August 2007 von Thomas Arndt

Sat.1 war vor kurzem wegen der Einstellung der Formate “Sat.1 am Mittag” und “Sat.1 am Abend” in die Kritik geraten. Es wurde darüber diskutiert, welchen Stellenwert Informationen bei dem TV-Sender in Zukunft haben sollten, und ob aufgrund ausländischer Investoren nur noch das billigstmögliche Programm produziert wird. Gleichzeitig kam auch die Idee auf, das Sat.1 vielleicht nicht mehr als Vollprogramm bezeichnet werden könnte, und sich quasi zum Spartensender entwickelt.

Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) teilte allerdings mit, dass Sat.1 den Status als Vollprogramm dennoch weiterhin behalten wird. Das berichtet der Tagesspiegel. Der Informationsanteil von 23,4 Prozent am Gesamtprogramm sei dafür ausreichend.

Sat.1 zeigt Tour de France

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 19. Juli 2007 von Thomas Arndt

Ungewohntes Bild im Moment (zwischen 15 und 16 Uhr nachmittags) bei Sat.1: Keine Gerichtsshows, keine nachgespielte Lebensberatung, keine Krimi-Soap mit Wackelkamera! Was ist denn da los? Tja, Sat.1 hat sich die Rechte an der Tour de France gesichert und damit tatsächlich informatives Programm. Das ist nicht nur bemerkenswert, in dem Zusammenhang mit dem Boykott von ARD und ZDF und dem gesamten nicht enden wollenden Doping-Skandal. Es ist eben auch deshalb lustig, weil Sat.1 ja erst Anfang der Woche “nachrichtenartige” Programme eingestellt und die Entlassung von 180 Leuten angekündigt hat.

“Ich bin sehr froh, dass wir so kurzfristig eines der weltgrößten Sportereignisse zeigen können.
Alle, die dem Radsport verbunden sind, haben eine gute Berichterstattung verdient”, sagte Sat.1-Chef Matthias Alberti einer Pressemitteilung des Senders zufolge.

Innerhalb der Sendergruppe setzt sich die entsprechende Berichterstattung fort. So zeigt N24 an allen Renntagen 19:30 Uhr eine Zusammenfassung. Am 21. Juli wird sogar ProSieben die Tour übertragen, da auf Sat.1 der Liga-Pokal läuft.

Karl Ranseier ist tot

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, Politikum, geschrieben am 17. Juli 2007 von Thomas Arndt

Karl Ranseier ist tot!

Nein halt, eigentlich ist nur Sat.1 tot - der wohl erfolgloseste Privatsender aller Zeiten. Und das auch schon seit vielen Jahren, nur wird es uns derzeit mal wieder irgendwie bewusst. Schlaue Leute und seriöse Medienmacher glauben jetzt, auch der Journalismus stirbt, oder die Programmqualität allgemein.

Also, was passiert ist: Sat.1 hat drei “nachrichtliche” Programm-Formate eingestellt und ein paar von diesen komischen Leuten entlassen, die glauben, sie sind Journalisten, wenn sie am Badestrand jemanden fragen, wie er sich gegen die Sommerhitze schützt. Hintergrund: die ProSiebenSat.1-Mediengruppe wurde von Heuschrecken, also ausländischen Investoren gekauft, die nur aufs schnelle Geld gucken.

Die Blogosphäre beschäftigt sich sehr differenziert mit dem Thema:

Stefan Niggemeier analysiert, dass es sich bei dem, was bei Sat.1 vorgeht, weniger um den Verfall von journalistischer Qualität handelt, sondern vielmehr um die Reduzierung von Programmqualität zu Gunsten der Rendite handelt.

Auch der TVBlogger ist der Meinung, dass man die Kirche im Dorf lassen soll (haha): Schließlich ändere sich zunächst nicht so viel, man müsse die Reaktionen der Zuschauer abwarten, und ob vom vermeintlichen Abstieg von Sat.1 nicht auch andere Sender profitieren.

Mike Schnoor von Telegan Sicheltputzer sieht vor allem darin, wie die Geschichte von Seiten der Senderführung ablief eine Blamage. Hintergrund: Die Moderatoren von Sat.1 am Mittag seien während der Sender darüber informiert wurden, dass es die letzte Sendung sei (DWDL).

Pottblogger Jens Matheuszik fragt sich, wozu man Sat.1 überhaupt noch brauche? Eine Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe. Tatsächlich ist mir durch die Diskussion bewusst geworden, dass ich wahrscheinlich jahrelang kaum noch Sat.1 geschaut habe.

Als ich ein kleiner Junge war, da gabs noch die DDR und kein Privatfernsehen. Immer Samstags so zwischen 9 Uhr und 13 Uhr stand allerdings wohl der Sat.1-Satellit so günstig, dass man an unserem Wohnort, einem leicht schiefen 10-stöckigen Plattenbau Sat.1 empfangen konnte. Es liefen die Flinstones, Flipper und manchmal auch Western. Zu Beginn der 90er Jahre konnte ich dann Sat.1 ganz normal empfangen, ich schaute nach der Schule gerne diese Tele-Bingo Sendung. Auf Sat.1 konnte man auch jeden Samstag wechselnd Asterix, Beverly Hills Cop oder Der Prinz aus Zamunda schauen. Ansonsten lief da nicht viel. Und die Sat.1-Sendung Der heiße Stuhl mit Ulrich Meyer war da auch schon Geschichte.

Vielleicht geht es ja jetzt mit Sat.1 wieder zurück zu diesen Ursprüngen. Weg von dem Gedanken, dass Privatfernsehen auch irgendwie informativ sein muss. Vielleicht muss es konsequenterweise nichtmal unterhaltsam sein. Hauptsache es bringt irgendwem Geld.

Ich freue mich jedenfalls schon auf den letzten Satz des Nachrufes auf den Sender im Sinne von Karl Ranseier:

Der Sat.1-Satellit explodierte heute Morgen bei dem Versuch der Programm-Verantwortlichen eine 24-Stunden-Schleife Barbara Salesch zu programmieren.