Bildblog: Nicht mehr als gute Unterhaltung?

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedrucktes, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 31. Oktober 2007 von Thomas Arndt

Christian Jakubetz, der die Blogosphäre schonmal mit den Asterix Comics verglichen hat, hat sich so seine Gedanken über die Entwicklung des Bildblogs gemacht. Da ist er nicht der erste, und es wurde vieles auch schon gesagt, aber diesmal eben auch mal von jemandem, der sich auskennt. Kurzum: In Reaktion auf eine Bildblog-Lesung mit Charlotte Roche und Fettes Brot schreibt Jakubetz, das Bildblog entwickle sich zu einem reinem Unterhaltungsprojekt, dessen aufklärerischer Einfluß gering ist. Keine Bild wird weniger gekauft, weil es das Bildblog gibt. Unterhalten fühlen sich eh nur die, die ohnehin schon wissen, das Bild doof ist. Jakubetz beschreibt das mit dem “Gefühl auf der gute Seite zu stehen”.

Stefan Niggemeier greift in seinem Blog diese Thesen auf und wirft Jakubetz vor, nicht idealistisch genug zu sein, gar diese idealistische Vorstellung vom Journalisten, der die Welt verändert womöglich nichtmal seinen Studenten in München zu vermitteln. Und außerdem sei das Bildblog sehr wohl nicht nur eine Unterhaltungsmaschine. Vielmehr diene Unterhaltung dazu, möglichst viele Leute zu erreichen. Und Leute, die sich Gedanken machen, auf welcher Seite sie stehen, und vielleicht die des Bildkritikers für die richtige halten, sind ihm lieber als solche die sich gar keine Gedanken machen.

Dass Journalismus unterhaltsam sein soll, dass ist inzwischen sicherlich unumstritten. Da hat Niggemeier den Jakubetz vermutlich bewusst oder unbewusst falsch verstanden. Die Frage ist, wann Unterhaltung zum Selbstzweck wird. Ob das bei Bildblog schon so weit ist oder irgendwann so weit sein wird, das wissen wir nicht. Müsste man untersuchen.

Das Journalismus sich mit keiner, auch nicht einer guten Sache gemein machen darf, sollte jedenfalls klar sein. Ein Blogprojekt, dessen Ziel es ist, die Auflage der Bild-Zeitung zu senken, wäre jedenfalls kein journalistisches. Eines, dessen Ziel es ist, die Inhalte der Bild-Zeitung zu verändern, wahrscheinlich auch nicht. Eins, dass zeigt, dass in der Bildzeitung falsche Sachen stehen, ist unter dieser Prämisse in Ordnung.

Letzteres tut Bildblog. Mehr aber auch nicht. Hier kommen wir zu einem Punkt, an dem ich Jakubetz Recht gebe:

Dummerweise konterkariert das den Anspruch, mit dem die Bildblogger angetreten sind: nämlich darauf hinzuweisen, dass Bild eben nicht ein “lustiges Quatschblatt” ist, sondern Europas größte Tageszeitung - mit entsprechender Macht und entsprechendem Einfluss ausgestattet.

Ich würde sogar noch weitergehen. Ich würde mir wünschen, zu erfahren, warum Bild so ist wie sie ist. (Gut, das folgende ist rhetorisch, ich weiß es schon. Sagen wir: Ich würde mir wünschen, dass die “Leute” es erfahren.) Damit meine ich nicht, warum Boulevardjournalismus so ist wie er ist, sondern eher, was das für Leute sind, die bei Bild arbeiten, wie bei Bild gearbeitet wird. Eine Kollegin hat mir als Begründung für ihren Ausstieg bei Bild gesagt: “Wenn man da lange arbeitet, dann wird man Alkoholiker oder Kinderschänder”. Verwundert war ich darüber nicht. Ich kenne die Geschichten von den Bild-Redakteuren, die nur besoffen arbeiten können, ihren Job nur besoffen ertragen. Sind es mehr als in anderen Redaktion? Wenn ja warum? Und ist darin, die Art und Weise begründet, warum Bild so ist wie sie ist?
Und warum macht Bild so oft selbst Politik? Und ist das schlimm? Der Spiegel, die FAZ machen es doch auch? Und die Lokalzeitung hebt den Lieblingspolitiker ins Amt des Bürgermeisters.

Mann muss das offensichtliche natürlich nicht immer wieder erklären. Es reicht darauf hinzuweisen, dass es nicht in Ordnung ist einen mutmaßlichen Mörder mit Namen als Mörder zu bezeichnen. Und jeder einzelne Verstoß gegen das Presserecht sollte auch irgendwo aufgeschrieben stehen. Aber ist es wichtig, die Zahlendreher zu korrigieren, oder wenn Bild eine Hauptstadt verwechselt, drei Mal ein anderes Alter von jemandem aufschreibt oder über Hitlers geheime UFO-Pläne berichtet. Nein, wichtig ist das nicht. Aber es ist lustig. Und das ist Bildblog.

Google kickt “PI-Nazis” aus dem Index

Ein Beitrag zum Themengebiet Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 15. Oktober 2007 von Thomas Arndt

Einem Beitrag von Stefan Niggemeier auf dessem Blog zufolge, wird das Weblog Politically Incorrect (PI) nicht mehr als Quele in der Google Nachrichtensuche aufgefhrt. Das Weblog bezeichnet sich slebst als islamkritisch und gilt allgemein als Hort von, man könnte vorsichtig sagen: Menschen mit einer etwas zu nationalen Gesinnung.

Das ist zunächst einmal nur ein Nebenaspeckt. Den grundsätzlich ist es bei Google wohl so gedacht, das Beiträge in Weblogs über die Blogsuche gefunden werden können, nicht über die Nachrichtensuche. Dies teilte Google Niggemeier auch auf desen Nachfrage hin mit, und der beklgt sich zugleich darüber, das Google nicht tranperant macht, welche Krititerie für die Augfnahme in den Google Nachrichten-Index angewant werden.

Stefan Niggemeier schreibt zum Wesen der Disskussionkultur bei PI:

„Politically Incorrect” ist in den vergangenen Monaten zu einer Art Zentralorgan für moderne Rassisten geworden. […] Es zieht mit seinen Artikeln Scharen hasserfüllter Kommentatoren mit Gewaltphantasien an, die sich vom dumpfen Neonazi im Wesentlichen in zwei Punkten unterscheiden: Sie haben die (vermeintliche oder tatsächliche) Bedrohung des westlichen Lebensstils und der Demokratie durch den Islam als Legitimation und Rationalisierung ihres Ausländerhasses entdeckt. Und sie sprechen nicht mehr von „Kanaken”, sondern von „Musels”. […]

Diese Einschätzung kann ich teiln. Politically Incorrect scheint tatsächlich ein Hort dessen zu sein, was für manch einen als der “Dreck von unten” gilt, wenn er vom Weblogs spricht. Vielleicht hatsich bei Google ja jemand beschwert. Grundsätzlich scheint Google mit bedenklichen Inhalte wie denen etwa von kreuz.net (Stichwort: Homosexuelle sind krank) keine bedenken zu haben. Solange niemand ein Hakenkreuz auf seine Startseite tapezirt, gilt es wohl als agregationsfähige Nachrichtquelle.

Die Kommentatoren auf PI freilich sollte man nicht so ernst nemen: Solche Weblogs machen nur sichtbar, was an absurden Gedanken und Meinnungen in der Bevölkerung kursiert, und nun nicht nur gedacht oder vieleicht am Stammtisch geäußert werden darf, sondern eben auch mal im Internet “ausgekotzt” werden kann.

Stefan Niggemeier mag diese Kommentatoren trotzdem nicht; schließlich fallen sie auch regelmäßig über seine Blogbeiträge her, zerstören Diskussionen und nerven halt. Aus diesem Grund ist es wiederum wichtig, einem Weblog wie PI kritisch gegenüber zu stehen, denn nicht zuletzt aggregiert es googlelike quasi solche demokratiefeindlichen Minderheitsmeinungen und verleiht ihnen polietische Sprengkraft.

Enthüllt: Bildblog-Werbespot

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, Medienrauschen, Blogosphäre, geschrieben am 22. August 2007 von Thomas Arndt

Bildblog

Medienblogger.net enthüllt weltexklusiv: Der geheime TV-Spot von Bildblog! Viele reden darüber, dass das Bildblog jetzt im Fernsehen wirbt, popkulturell auf Musik- und Comedysendern mit Stars wie Anke Engelke und Christoph Maria Herbst. Doch was keiner wusste: ursprünglich wollten Niggemeier und Schultheiß, die beiden Bildblogger, im direkten Umfeld der Bildleser werben, auf schmuddeligen Sendern im digitalen Satelitennetz: Uschi TV, Uschis Schwester, Liebeskanal und Intim-TV. Nur einige der perversen Plattformen für die Bildblogger!

Der Deal scheiterte letztlich daran das Werbevermarkter adical keine Lust hatte mit den kruden Sexfantasien der Sexkanäle in Verbindung gebracht zu werden; der entsprechende TV-Spot verschwand in der Schublade. Dennoch wurde der Spot Medienblogger zugespielt, wie das Beweisfoto oben zeigt.

Collage/Satire: Thomas Arndt

[via TVBlogger, trice, turi2, off the record, medienlese, Bildblog)

Nachtrag 23.08.07: Hier gehts zum echten Werbespot.

RE: Qualitätsjournalismus oder Stefan Niggemeier auf der Flucht?

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedrucktes, Blogosphäre, geschrieben am 7. August 2007 von Thomas Arndt

Endlich hat sich mal ein so genanntes Qualitätsblog den Artikeln in klassischen Medien über die Abmahnerei von Blogs und anderen Internet-Seiten angenommen. Der Blogger Thomas Mrazek widmete dem Thema gleich auf zwei Blogs 3400 Zeichen, das ist eine ganze Menge, aber dafür sind umso mehr Fehler in dem Beitrag. Gehen wir den Blogbeitrag doch mal der Reihe nach durch:

Die Überschrift:

“FAZ”-Journalist Niggemeier wegen Postings abgemahnt

Nicht ganz richtig: Niggemeier war von 2001 bis 2006 laut seinem Lebenslauf (der ist auch online einsehbar, das kann man also auch ohne zu telefonieren recherchieren) verantwortlicher Medienredakteur bei der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” und schreibt meines Wissens derzeit auf freier Basis für dieses Blatt.

Stefan Niggemeier schreibt für die FAZ und ist Journalist, demnach ist die Bezeichnung FAZ-Journalist korrekt, falsch wäre FAZ-Redakteur oder FAZ-Fahrstuhlputzer oder FAZ-Briefträger.

Jetzt wird’s a bisserl viel, Freunde: Also Niggemeier hat meines Wissens zwar viel Ahnung vom Fernsehen und schreibt auch gerne und oft darüber, aber er ist nicht explizit als “Fernsehkritiker” tätig

Trotzdem kann man ihn als Fernsehkritiker bezeichnen. Dieser Beitrag hier zum Beispiel ist eindeutig eine Kritik.

Da nehme ich mal an, dass er die Postings auf seiner Homepage (und nicht seinem Weblog) verfasst hat.

Ein Weblog kann eine Homepage sein.

Ha, und “verurteilt” wurde er also auch gleich.

Ja und zwar dazu, die in den Kommentaren gemachten Äußerungen nicht zu wiederholen.

Aha, die “Postings” waren also “Kommentare”, hm, vielleicht hätte man dazu schreiben sollen, dass es sich um Leser-Kommentare handelte

Ein Kommentar stellt zugleich auch ein Posting da, da ein Kommentar ja auch gepostet wird. Es handelte sich also tatsächlich, wie der Standard schreibt, um Postings auf Stefan Niggemeiers Weblog.

Dass das Blog “einstweilen geschlossen” bleibt, scheint auch nicht zu stimmen, es wird, wie Niggemeier ebenso mitteilte, von einem Vertreter bespielt und war auch in den letzten Tagen nicht offline.

Volltreffer: Dieser Satz ist richtig!

Sorry, lieber Kollege vom “Onlinejournalismus”, aber das war wohl gar nichts.

;)

RoundUp: Blogger im Rechtsstreit

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Politikum, Blogosphäre, geschrieben am 1. August 2007 von Thomas Arndt

Marc Doehler darf auf seinem kritischen Forum Call-In-Tv.de in Zukunft nicht mehr von “verwirrten Anrufern” sprechen oder diese Behauptung zulassen, insofern diese als Synonym für Fake-Anrufer verstanden werden kann. Das urteilte gestern das Oberlandesgericht München, wie Spiegel Online berichtet. Das Landgericht der Stadt hatte in erster Instanz noch zu Gunsten von Marc Doehler entschieden.

Sollte Doehler oder die Nutzer seines Forums dem zuwider handeln, müsste er bis zu 250.000 Euro Strafe zahlen, so Spiegel Online. Das Forum Call-In-TV.de ist wegen technischer Schwierigkeiten derzeit nicht erreichbar. (Nachtrag: Das Forum ist unter dieser URL zu erreichen) Im Blog von Stefan Niggemeier kündigt Doehler jedoch an, die Gewinnspielsendungen der Firma Call-Active auch weiter protokolieren zu wollen. Niggemeier selbst spricht von einem “vernichtenden Sieg gegen das Forum call-in-tv.de” und wie er sagen würde, “gegen die Meinungsfreiheit und den Verbraucherschutz”.

Der Chef der Firma Callactive, Stephan Mayerbacher, betont gegenüber Spiegel Online, man wolle nicht “Kritik an Call-In-Formaten im Fernsehen unterbinden” oder gar “call-in-tv.de mundtot machen”. Man sei nur “gegen schwer beleidigende Inhalte und gegen die unwahre Unterstellung vorgegangen, es gebe gefälschte Anrufe”. Die Echtheit der Anrufe ließe sich zudem über Verbindungsdaten belegen, die den Landesmedienanstalten vorlägen.

Auch gegen Stefan Niggemeier hat Callactive einen gerichtlichen Erfolg erzielt, wie dieser auf seinem Blog schreibt. Niggemeier hatte die Kritik an den Fernsehgewinnspielen verfolgt und selber dazu recherchiert. Im konkreten Fall geht es um eine einstweilige Verfügung gegen in zwei Kommentaren bei Niggemeier gemachte Aussagen.

Dazu schreibt Niggemeier:

Es scheint mir […] darauf hinauszulaufen, dass die deutschen Gerichte eine offene Debatte über zweifelhafte Geschäftspraktiken für gefährlicher halten als die Geschäftspraktiken selbst.

Weiterlesen »

Terror-Anschlag auf Stefan Niggemeier

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Politikum, Blogosphäre, geschrieben am 31. Juli 2007 von Thomas Arndt

Im Folgenden erfahren Sie die wahren Hintergründe über eine Spam-Attacke, welche die Welt für immer verändern wird. Lesen Sie, wie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Alpha-Blogger Stefan Niggemeier verhaften lässt und seine Befreiung in letzter Minute nur durch Hilfe von Don Alphonsos Schwester, Max Schradin und Peter Turi gelingt. Diese Geschichte ist zu 100 Prozent wahr und methodisch recherchiert (entsprechend Michael Haller).

“Ich wollte mir gerade ein Bananenbrot machen, da klingelte plötzlich das Telefon”, erzählt Alpha-Blogger Stefan Niggemeier am gestrigen Abend in einer Live-Schaltung auf CNN. Der Medienjournalist und Blogger hatte gerade erst einen Liebesbrief an Bild-Chefredakteur Kai Diekmann beendet, als ihn der deutsche Innenminister harsch aus den Träumen riss. “Wolfgang Schäuble hier, Herr Niggemeier sie sind verhaftet!”, halt es durch Niggemeiers Handy. Begründung: Massenhafte Spam-Mails im Namen des Bloggers legten den Server des Innenministeriums lahm.

Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnt: Stefan Niggemeier ist unschuldig; ein Schurke islamischer Herkunft hat die gefährlichen Terror-Mails im Namen des angesehenen Medienkritikers verfasst.

Was war geschehen: Gegen 6 uhr am Montag Morgen geht in Peking ein bärtiger Mann eindeutig islamischer Herkunft zielsicher in ein Internetcafe. Der gebürtige Wuppertaler iranischer Herkunft hatte sich über das Auswärtige Amt die Telefonnummern bekannter Terroristen besorgt, und mit ihnen zusammen einen Terror-Plan ausgearbeitet, um mal “ein paar Sachen in Ordnung zu bringen”.

Vom Pekinger Internetcafe aus startet Mohammed Yoldas eine Spam-Attacke in Niggemeiers Namen, die beispiellos in der Geschichte des Internets bleiben wird. Der Inhalt: Niggemeier ruft angeblich zu Spenden für Marc Doehler, den Betreiber eines kritischen Internet-Portals auf, das sich mit Fernseh-Gewinnspielen beschäftigt. Ein Bekennerschreiben geht direkt an Spiegel Online, wird jedoch übersehen, da der zuständige Redakteur Konrad Lischka gerade World of Warcraft spielt, um die Bedeutung von epischen Rüstungen in der Internetkultur zu recherchieren.

Darauf folgt weltweit Chaos: Der US-Präsident ruft nach dem Absturz von fünf Linienflügen den nationalen Notstand aus, in Freiburg wählen drei Soziologie-Studentinnen aus Verbitterung über Niggemeiers vermeintlichen Distanzverlust den Freitod, im deutschen Innenministerium gehen die Lichter aus. Innenminister Schäuble handelt sofort. Versiert notiert er sich den vermeintlichen Namen des Absenders der Terror-Mails und ruft Niggemeier an. Nur Minuten später wird Niggemeier verhaftet.

Gegen 12 Uhr erfährt 9Live-Star Max Schradin von Niggemeiers Verhaftung und setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um seinen besten Freund aus dem Gefängnis zu holen. Es gelingt gerade noch im letzten Moment. Zusammen mit der juristisch bewanderten Schwester von Krawall-Blogger Don Alphonso gelingt es in letzter Minute eine Abmahnung an das deutsche Innenministerium zu schicken. Niggemeier darf nicht weiter als Terrorist bezeichnet werden.

Gegen 13:30 Uhr telefoniert Niggemeier mit seinem alten Weggefährten Peter Turi, der aus den Erlösen seines überaus erfolgreichen Branchendienstes turi2 die Kaution von 2 Millionen Credits zahlt. Turi motiviert Niggemeier zu einem Blogeintrag, in dem er die Terror-Geschichte richtig stellen soll. Niggemeier beißt beherzt in sein schon etwas trockenes Bananenbrot vom Vormittag und haut in die Tasten.

Auch ganz viele andere Blogger berichten über den Vorfall, der die Welt an den Rand des Abgrunds führte.

Die Geschichte geht jedoch nochmal gut aus. Bis zum Abend wurde Niggemeiers Blog 2 Milliarden Mal aufgerufen, über 50 Prozent der Besucher klicken Niggemeiers Adical-Werbung. Von den Einnahmen kauft Niggemeier die FAZ und den Kress Branchendienst, setzt Peter Turi als Chefredakteur ein. Auch Marc Doehler, das zweite Opfer der Terror-Attacke kann sich am späten Abend über 350 Millionen Euro Spenden-Einnahmen freuen. Er kauft sofort den Gewinnspielveranstalter Call-Active und veranstaltet jetzt selbst Fernseh-Gewinnspiele, bei denen alle Anrufer durchgelassen werden. Gegen 23 Uhr ist Doehler pleite.

Wir alle können froh sein, dass die Geschichte noch einmal gut ausgegangen ist. Aber sie lehrt uns auch eine wichtige Lektion: Terrorismus kann uns alle betreffen. Wolfgang Schäuble sollte daher uneingeschränkten Zugriff auf unsere Computer bekommen.

Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner: Ich bin dafür!

[via: Stefan Niggemeier]

Wie eine Diskussion um rechtes Gedankengut scheiterte

Ein Beitrag zum Themengebiet Medienrauschen, Politikum, geschrieben am 7. Juni 2007 von Thomas Arndt

Bei Stefan Niggemeier gabs heute eine interessante Diskussion. Niggemeier hatte festgestellt, dass es im Internet dumme und unqualifizierte Meinungen oder Kommentare gibt, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden können. Das schreibe ich mit Absicht so, da es der Alltag im Internet ist.

Es geht um einen Artikel in Welt Online, der über einen fremdenfeindlichen Übergriff auf einen indischstämmigen Studenten in Dresden berichtet.

Darunter befinden sich typische Kommentare nach dem Motto: Die Medien berichten immer nur über Gewalttaten von Nazis, aber nie von Ausländern. Solche lassen sich nicht nur den typischen Argumentationen der Rechtsextremen zuordnen, sondern offenbahr vielen Menschen, die vermeintlich gar keinen politischen Hintergrund/Weltbild haben. Das zeigen wunderbar auch die Kommentare bei Stefan Niggemeier. Ein Kommentator namens Marcel, der sich selbst als Halbtürke bezeichnet schreibt etwa:

Eine von “Ausländern” angezettelte Schlägerei wird in der Presse längst nicht so aufgebauscht wie eine von “Deutschen” angezettelte Schlägerei.

Torsten Dewi, ein bekannter Blogger und selbst eher links, überlegt:

Berichtet man über Nazis, die einen Ausländer zusammen schlagen, können sich Kultur, Presse, und Politik Arm in Arm empören, jedes Klischee ist bedient/bestätigt, keiner läuft Gefahr, sich die Finger zu verbrennen. Dreht man den Fall um, wird es schwierig: Mit einem Nazi, der von einer Türkengang ins Krankenhaus geprügelt wurde, will man sich natürlich nicht solidarisieren. Und gegen die Türken was sagen? Das riecht nach Ärger, den man sowieso lieber vermeidet.

Ob das wirklich so ist, lässt sich freilich nur über die Empirie belegen oder eben nicht. Fest steht, dass diese Meinung weit verbreitet zu sein scheint. Und das ist eben der Fehlschluß dabei, wenn man gegen solche Meinungen angehen möchte.

Nicht jeder, der die wahrgenommene Bedrohung durch jemand anderen über Ressentiments verarbeitet (Türken haben meine Freundin verhauen, ich bin jetzt Nazi), hat gleich ein gänzlich durchtränktes nationalsozialistisches Weltbild und das nächste Mandat für die NPD im Landtag. Eine vernünftige Diskussion darüber, welche Ursachen der Gewalt zugrunde liegen und warum rassistische Motive nicht diskutierbar sind, entsteht nicht durch die an Ideologie erinnernde Agrenzung gegen das als falsch wahrgenomme, sondern mit der Akzeptanz der Zustände. Man muss die Leute da abholen, wo sie sind.

Stefan Niggemeier muss die Diskussion ergebnislos und entnervt nach dem 39 Beitrag abbrechen. Die Kommentarfunktion ist geschlossen.