Raab als guter Verlierer

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 16. September 2007 von Thomas Arndt

Nach einem langen Abend, der erstmals mit einem Stechen in einem 16. Spiel gegen den Raab-Herausforderer endete, stand Stefan Raab bei Schlag den Raab als als Verlierer fest. Und auch bei den Einschaltquoten in der Zielgruppe musste sich Raab geschlagen geben, sie waren niedriger als bei der letzten Ausgabe. 2,54 Millionen Zuschauer schauten in der Zielgruppe zu, das ist ein Marktanteil von 24,6 Prozent. Damit liegt Raab auch hinter der RTL-Show “6! Setzen” zurück, die auf 26,2 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe kam. Relativ gesehen ist Stefan Raab damit aber in allen Fällen ein recht guter Verlierer.

[via tvblogger]

Topmodel-Show
pusht Raabs Quoten

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 11. Mai 2007 von Thomas Arndt

Da konzentriert sich Stefan Raab auf DSDS und Max Buskohl, um seine schwächelnden Quoten zu steigern, und jetzt das: “TV total erzielte mit 18,0 Prozent Marktanteil den Jahresbestwert in der werberelevanten Zielgruppe”. Das teilte ProSieben heute mit.

Damit profitiert Stefan Raab von “Germany’s next Topmodel” (Foto: ProSieben), das am Donnerstag abend bis zu 5,21 Millionen Zuschauer verfolgten. Nach eigenen Angaben sicherte sich ProSieben damit den Tagesmarktsieg bei der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen. Fast die Hälfte (41,7 Prozent) aller Zuschauer in diesem Alter schauten die Topmodel-Show.

RTL und das Schicksal der Talente

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 29. April 2007 von Thomas Arndt

DSDS ist mal wieder das Thema des Wochenendes bei den Medienbloggern. “Ausgerechnet Lisa Bund darf ihre Koffer packen und muss nun die Heimreise antreten”, beschwert sich Michael Pliet von TVBlogger in seinem heutigen Eintrag, der unter der Überschrift “DSDS - In der Hand von doofen Kindern” steht. Im Grunde geht es um das alte Thema, dass Teenager “ihre Handies quälen” (wie Juror Dieter Bohlen sagte) und damit, die aus musikalischer Sicht oft schlechteren Kandidaten weiterlassen, solche wie Martin Stosch etwa.

Zugegeben mir gings genauso, und zwar als Francisca Urio ausgeschieden ist. Deswegen hatte ich damals auch eine Mail an RTL geschrieben, ob denn das Zuschauervoting unbedingt die einzige Entscheidungsgrundlage sein muss. Die Antwort darauf war erwartungsgemäß und sie könnte ebenso für Lisa Bund gelten:

Wir verstehen Ihre Überraschung über das Ausscheiden von Francisca Urio.

Die Abstimmungsregeln von ‘Deutschland sucht den Superstar’ sehen vor, dass der Kandidat mit den wenigsten Anrufen ausscheiden muss. Diesmal hat es demnach Francisca getroffen.

Das Konzept von ‘Deutschland sucht den Superstart’ basiert auf dem englischen Original ‘Pop Idol’, deshalb sind die Regeln des Votings festgelegt. Sie können nicht von RTL geändert werden. Überraschungen im Votingverhalten der Zuschauer gehören seit der ersten Staffel dazu.

Damit keiner Vorwürfe gegen RTL erheben kann, lassen wir uns überprüfen: Ein unabhängiger Notar überwacht das gesamte Abstimmungsverfahren. Somit ist sichergestellt, dass jede einzelne Stimme ordnungsgemäß gezählt wird.

Die genauen Abstimmungsergebnisse werden aus Fairnessgründen nach der Finalsendung veröffentlicht.

RTL ist nicht bereit und darf es offensichtlich auch nicht, Veränderungen am Abstimmungsmodus bei DSDS vorzunehmen. Ebensowenig werden sie, wie bereits hier geschrieben, sich auf einen Deal mit Stefan Raab in Sachen Max Buskohl einlassen. Die Regeln und die Logik von DSDS sind offensichtlich ein unabänderliches Schicksal für talentiertere Kandidaten.

DSDS-Chaos: Und alle machen mit

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 27. April 2007 von Thomas Arndt

Das Thema Deutschland sucht den Superstar (Dsds) bestimmt trotz sinkender Quoten seit Wochen die Medien. Das mehr oder weniger freiwillige Ausscheiden des Kandidaten Max Buskohl hat den Hype nun noch einmal ein Stück verstärkt. Nicht zuletzt, weil ProSieben-Entertainer Stefan Raab, so wie gestern (siehe Bild-Zitat der Bild.de-Schlagzeile) schwere Geschütze auffährt, um, selbst von schlechten Quoten geplagt, Gewinn aus der Sache zu ziehen.
Raab will den gechassten Superstar in seiner Show haben - und im Gegensatz zu RTL, dürfte Buskohl auch mit seiner Band Empty Trash auftreten. Gestern Abend verglich Raab das Auftrittsverbot für Max bei zum Beispiel TV Total mit der Geiselhaft, in der sich 1977 der später ermordete Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer bei der Roten Armee Fraktion (Raf) befand:

Tatsächlich sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie etwa die Bild-Zeitung, die dererlei inszenierten Skandalen viel Raum in ihren Medien bieten. So schreibt die Sueddeutsche am Mittwoch ausführlich darüber, das bei DSDS junge Sänger verheizt werden, und Michael Hanfeld von Faz.net empört sich über Raabs geschmacklosen Raf-Vergleich. Google News findet 387 Artikel zu Max Buskohl und Dsds. Zum Thema Irak-Abzug der USA sind es übrigens knapp 200.
Sollte Stefan Raab sein Drohung wahr machen, und am Samstag das Halbfinale von Dsds mit einer Demonstration stürmen, dann könnte am Ende RTL und Raab zusammen die Gewinner sein: weil das bedeutend interessanter ist als der Gesangswettbewerb und Telefonvotings. Wahrscheinlicher aber ist, dass RTL Raab die kalte Schulter zeigt. Sowohl RTL, als auch Plattenlabel BMG finden Künstlerklau mit Sicherheit weniger lustig, als die Zuschauer von TV Total.
Viel interessanter ist aber eigentlich die Frage: Ist das alles noch geplant und inszeniert? Skandale schließlich sind seit jeher Teil des Pop-Idol-Formats. Oder sind die RTL-Strategen selbst von der Situation und der Medien-Resonanz überrascht?