Schmidt und Pocher
kriegen gemeinsame Show

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 14. Mai 2007 von Thomas Arndt

Es klingt wie ein Aprilscherz, es ist aber offensichtlich wahr: Harald Schmidt und Oliver Pocher werden eine gemeinsame Show bekommen. Das teile die ARD heute mit. Ab 25. Oktober 2007 soll die einstündige Sendung “Schmidt und Pocher” immer donnerstags 22:45 Uhr zu sehen sein, also auf Harald Schmidts angestammtem Sendeplatz. 22 Folgen sind zunächst geplant.

Für Oliver Pocher, bislang eher bei der jüngeren Zielgruppe beliebt und bekannt, könnte die Moderatoren-Rolle an der Seite von Altmeister Harald Schmidt der große Durchbruch werden. Schon bei seinem Comedy-Auftritt in “Unsere Besten” konnte Pocher ein größeres Publikum von sich überzeugen. ARD-Programmdirektor Dr. Günter Struve sieht Pochers Potenzial offensichtlich auch: “An der Seite von Harald Schmidt im Ersten wird Oliver Pocher - da bin ich mir sicher - ganz schnell zum A-Promi aufsteigen.”

Interessant könnte die Late-Show vor allem auch für alle Fernseh-Junkies werden. Harald Schmidt beschreibt das Konzept so: “Herr Pocher und ich werden wöchentlich auf das einschlagen, was wir am meisten lieben: das Fernsehen.”

Das kommt einem bekannt vor, nämlich aus TV Total. Tatsächlich könnte die Kombination Schmidt und Pocher zumindest am Donnerstag eine harte Konkurrenz für Stefan Raab werden.

RTL und das Schicksal der Talente

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 29. April 2007 von Thomas Arndt

DSDS ist mal wieder das Thema des Wochenendes bei den Medienbloggern. “Ausgerechnet Lisa Bund darf ihre Koffer packen und muss nun die Heimreise antreten”, beschwert sich Michael Pliet von TVBlogger in seinem heutigen Eintrag, der unter der Überschrift “DSDS - In der Hand von doofen Kindern” steht. Im Grunde geht es um das alte Thema, dass Teenager “ihre Handies quälen” (wie Juror Dieter Bohlen sagte) und damit, die aus musikalischer Sicht oft schlechteren Kandidaten weiterlassen, solche wie Martin Stosch etwa.

Zugegeben mir gings genauso, und zwar als Francisca Urio ausgeschieden ist. Deswegen hatte ich damals auch eine Mail an RTL geschrieben, ob denn das Zuschauervoting unbedingt die einzige Entscheidungsgrundlage sein muss. Die Antwort darauf war erwartungsgemäß und sie könnte ebenso für Lisa Bund gelten:

Wir verstehen Ihre Überraschung über das Ausscheiden von Francisca Urio.

Die Abstimmungsregeln von ‘Deutschland sucht den Superstar’ sehen vor, dass der Kandidat mit den wenigsten Anrufen ausscheiden muss. Diesmal hat es demnach Francisca getroffen.

Das Konzept von ‘Deutschland sucht den Superstart’ basiert auf dem englischen Original ‘Pop Idol’, deshalb sind die Regeln des Votings festgelegt. Sie können nicht von RTL geändert werden. Überraschungen im Votingverhalten der Zuschauer gehören seit der ersten Staffel dazu.

Damit keiner Vorwürfe gegen RTL erheben kann, lassen wir uns überprüfen: Ein unabhängiger Notar überwacht das gesamte Abstimmungsverfahren. Somit ist sichergestellt, dass jede einzelne Stimme ordnungsgemäß gezählt wird.

Die genauen Abstimmungsergebnisse werden aus Fairnessgründen nach der Finalsendung veröffentlicht.

RTL ist nicht bereit und darf es offensichtlich auch nicht, Veränderungen am Abstimmungsmodus bei DSDS vorzunehmen. Ebensowenig werden sie, wie bereits hier geschrieben, sich auf einen Deal mit Stefan Raab in Sachen Max Buskohl einlassen. Die Regeln und die Logik von DSDS sind offensichtlich ein unabänderliches Schicksal für talentiertere Kandidaten.

DSDS-Chaos: Und alle machen mit

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 27. April 2007 von Thomas Arndt

Das Thema Deutschland sucht den Superstar (Dsds) bestimmt trotz sinkender Quoten seit Wochen die Medien. Das mehr oder weniger freiwillige Ausscheiden des Kandidaten Max Buskohl hat den Hype nun noch einmal ein Stück verstärkt. Nicht zuletzt, weil ProSieben-Entertainer Stefan Raab, so wie gestern (siehe Bild-Zitat der Bild.de-Schlagzeile) schwere Geschütze auffährt, um, selbst von schlechten Quoten geplagt, Gewinn aus der Sache zu ziehen.
Raab will den gechassten Superstar in seiner Show haben - und im Gegensatz zu RTL, dürfte Buskohl auch mit seiner Band Empty Trash auftreten. Gestern Abend verglich Raab das Auftrittsverbot für Max bei zum Beispiel TV Total mit der Geiselhaft, in der sich 1977 der später ermordete Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer bei der Roten Armee Fraktion (Raf) befand:

Tatsächlich sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie etwa die Bild-Zeitung, die dererlei inszenierten Skandalen viel Raum in ihren Medien bieten. So schreibt die Sueddeutsche am Mittwoch ausführlich darüber, das bei DSDS junge Sänger verheizt werden, und Michael Hanfeld von Faz.net empört sich über Raabs geschmacklosen Raf-Vergleich. Google News findet 387 Artikel zu Max Buskohl und Dsds. Zum Thema Irak-Abzug der USA sind es übrigens knapp 200.
Sollte Stefan Raab sein Drohung wahr machen, und am Samstag das Halbfinale von Dsds mit einer Demonstration stürmen, dann könnte am Ende RTL und Raab zusammen die Gewinner sein: weil das bedeutend interessanter ist als der Gesangswettbewerb und Telefonvotings. Wahrscheinlicher aber ist, dass RTL Raab die kalte Schulter zeigt. Sowohl RTL, als auch Plattenlabel BMG finden Künstlerklau mit Sicherheit weniger lustig, als die Zuschauer von TV Total.
Viel interessanter ist aber eigentlich die Frage: Ist das alles noch geplant und inszeniert? Skandale schließlich sind seit jeher Teil des Pop-Idol-Formats. Oder sind die RTL-Strategen selbst von der Situation und der Medien-Resonanz überrascht?