Drei Kurze (5)

Ein Beitrag zum Themengebiet Gedrucktes, Netzwelten, Mattscheibe, geschrieben am 20. Juli 2007 von Thomas Arndt

Netzwerkseiten zeichnen sich auch durch sowas wie das Ameisenfarm-Prinzip aus. Innerhalb ist man gut vernetzt, nach außen zu anderen Netzwerkseiten ist man weitestgehend abgeschottet. Eine neue Stufe dieser Beobachtung ist die regionale Netzwerkseite. Die Saarbrücker Zeitung (SZ) hat sz-business.de ins Leben gerufen, eine Art regionales Xing. Was es damit auf sich hat und weitere interessante Dinge erzählt SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst, der “Erfinder” des Leserreporters und des Tabloids 20 Cent, im Interview mit Peter Turi. Lesenswert und auch ein Blick auf sz-business lohnt, zumindest für Südwestdeutsche. Im Gegensatz zum Internetauftritt der Zeitung ist das Portal richtig hübsch und Blogs der Wirtschaftsredakteure gibt es auch.

Mit den Quoten von Popstars geht es wieder etwas aufwärts. Das berichtet der TVBlogger. In der Zielgruppe sahen 16,4 Prozent oder 1,61 Millionen Zuschauer die Casting-Folge aus München. Damit ist der Casting-Teil der Show abgeschlossen. 71 Kandidaten fahren nun zur Qualifying-Show nach Füssen. Die kann man sich alle hier anschauen. Mein Favorit ist übrigens Melissa.

Die Quoten für die Tour de France bei Sat.1 (wie berichtet) sehen hingegen richtig scheiße aus. In der Zielgruppe schauten gerademal 0,19 Millionen Zuschauer rein. Das entspricht einem Marktanteil von weniger als 5 Prozent (via tvblogger). Sat.1 bereitet sich offensichtlich schonmal darauf vor ein Nischensender zu werden. Derweil geht die Diskussion um die Tour weiter. Medienlese meint zur Entscheidung der ARD auszusteigen: “Ein geordneter Rückzug wäre die bessere Option gewesen und hätte weniger gekostet.”

Sat.1 zeigt Tour de France

Ein Beitrag zum Themengebiet Mattscheibe, geschrieben am 19. Juli 2007 von Thomas Arndt

Ungewohntes Bild im Moment (zwischen 15 und 16 Uhr nachmittags) bei Sat.1: Keine Gerichtsshows, keine nachgespielte Lebensberatung, keine Krimi-Soap mit Wackelkamera! Was ist denn da los? Tja, Sat.1 hat sich die Rechte an der Tour de France gesichert und damit tatsächlich informatives Programm. Das ist nicht nur bemerkenswert, in dem Zusammenhang mit dem Boykott von ARD und ZDF und dem gesamten nicht enden wollenden Doping-Skandal. Es ist eben auch deshalb lustig, weil Sat.1 ja erst Anfang der Woche “nachrichtenartige” Programme eingestellt und die Entlassung von 180 Leuten angekündigt hat.

“Ich bin sehr froh, dass wir so kurzfristig eines der weltgrößten Sportereignisse zeigen können.
Alle, die dem Radsport verbunden sind, haben eine gute Berichterstattung verdient”, sagte Sat.1-Chef Matthias Alberti einer Pressemitteilung des Senders zufolge.

Innerhalb der Sendergruppe setzt sich die entsprechende Berichterstattung fort. So zeigt N24 an allen Renntagen 19:30 Uhr eine Zusammenfassung. Am 21. Juli wird sogar ProSieben die Tour übertragen, da auf Sat.1 der Liga-Pokal läuft.

Die Medien und die Tour

Ein Beitrag zum Themengebiet Medienrauschen, geschrieben am 7. Juli 2007 von Thomas Arndt

Racing

Die Netzeitung, die ihre Berichterstattung über die Tour de France “auf ein Minimum begrenzen” will, hat einmal geschaut, wie die Medien mit der Tour de France umgehen. Und das sind die Ergebnisse:

  • In der Berliner Zeitung wird es keine klassische Berichterstattung über die Tour geben, sondern nur eine tägliche Kolumne zum Thema “Die Tour und die Drogen, der Radsport und die organisierte Kriminalität”.
  • Die Süddeutsche Zeitung habe in Betracht gezogen, die Tour zu ignorieren, schickt aber doch einen Reporter nach Frankreich.
  • Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das öffentlich-rechtliche Fernsehen werden wie gewohnt über die Tour berichten. Im Falle des ZDF habe sich Intendant Markus Schächter gegenüber dem Fernseh-Rat durchgesetzt, der erwogen habe, die Tour nicht zu übertragen, schreibt die Netzeitung unter Bezug auf die “Bild”.
  • Tatsächlich scheinen nur die wenigsten Medien, die Tour de France mit weniger Aufmerksamkeit bedenken zu wollen. Das öffentliche Interesse ist wahrscheinlich gerade durch die Doping-Skandale besonders groß. Getreu dem Motto schlechte PR ist auch PR. Doch das ist grenzwertig. Sollten sich auf Tour de France erneut Doping-Fälle häufen, könnte sich das Ganze letztlich doch in einen zukünftigen Medien-Boykott verwandeln.

    Foto: Spencer Ritenour