Royal gegen Sarkozy live im Internet

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Mattscheibe, geschrieben am 30. April 2007 von Thomas Arndt

Darüber, dass arte sich verstärkt im Bereich des Videostreamings oder auch des Pay-TV Video on demand engagieren will, hatte ich bereits berichtet. Vorbildlich ist jetzt jedoch der Ansatz, das Fernsehduell zwischen den französischen Präsidentschaftskandidaten live im Internet zu übertragen. Wer sehen will, wie sich die Sozialistin Ségolène Royal und der Konservative Nicolas Sarkozy vor der Stichwahl duellieren, der kann das am Mittwoch, 2. Mai ab 21 uhr bei arte tun.
Arte sendet übrigens mit einer deutschen Simultanübersetzung und das Duell soll noch weitere sieben Tage auf der Homepage des Senders verfügbar sein.

Update 2. Mai: Auf Phoenix lief das Duell jetzt auch, ebenfalls mit deutscher Simultan-Übersetzung, und im Gegensatz zu arte im Stream wohl auch ohne Zeitverzögerung, wie Jens in seinem Blog berichtet.

arte-Chef: “Pay-TV” ist reiner Service

Ein Beitrag zum Themengebiet Medienrauschen, geschrieben am 26. April 2007 von Thomas Arndt

Gottfried Langenstein, Präsident des TV-Senders arte, hat in einem Interview mit dem Evengelischen Pressedienst (epd) bekräftigt, dass sein Haus kein öffentlich-rechtliches Pay-TV plant.
Die Vermutung allerdings liegt nahe, da arte neben einem kostenfreien Video on demand-Angebot zukünftig eigene Inhalte auch zum kostenpflichtigen Download anbieten will. Kosten soll der Spaß 0.99 Cent bis 3.99 Euro. Dieses Angebot vergleicht Langenstein mit dem “seit Urzeiten” bestehendem Service, Mitschnitte verpasster Sendungen gegen Entgeld bei den Sendern zu bestellen. Tatsächlich erinnerte artes Service allerdings eher an ein kommerzielles Projekt, denn an reinen Service: Die Dateien sind digital geschützt (DRM) und vernichten sich nach dem Aufruf innerhalb von 48 Stunden selbst. Das konnte die gute alte VHS-Kassette nicht.
“Das Aufkommen aus dieser Gebühr wird langfristig bestenfalls unsere Selbstkosten tragen. Wir wollen damit kein Geld verdienen, sondern einen Service anbieten”, bestärkt Langenstein gegenüber dem epd jedoch seine Position.

Schönes neues Fernsehen

Ein Beitrag zum Themengebiet Netzwelten, Mattscheibe, geschrieben am 25. April 2007 von Thomas Arndt

In den Internetforen war es mal wieder der Hype: alle wollen zu Joost, dem neuen kostenlosen on-demand Fernsehen im Internet. “Hat bitte jemand einen Invite für Joost”, fragen sie zu Hunderten. Denn um beim derzeit laufendem Beta-Test von Joost mitmachen zu können, braucht man einen Invite, also eine Einladung. Wobei, “mitmachen” ist eigentlich das falsche Wort. Im Gegensatz zu Youtube und Co. ist bei Joost eigener Inhalt nicht gefragt. Joost setzt ganz aufs Zuschauen und das womöglich sogar mir hochkarätigem Programm: Medienriesen wie Viacom und CBS sind schon dabei, und werden lizensierte Inhalte für das Format bereitstellen. Und auch Independent-Filme haben sich die Joost-Macher schon gesichert.
Trotz Berieselung wird es bei Joost allerdings auch interaktive Inhalte geben, vom Chat über Bewertungssysteme bis hin zu Newstickern. Ausgedacht haben sich das Konzept übrigens die Internet-Pioniere Janus Friis und Niklas Zenström, die bereits für die Tauschbörse Kazaa und das Chat- und Telefonie-Programm Skype verantwortlich zeichneten. Beide haben die Welt das Internets und der Kommunikation ein Stück weit mitverändert. Nun schauen alle darauf, ob das mit Joost auch gelingen wird.